Unsere Hände sind täglich zahlreichen Belastungen ausgesetzt – von häufigem Waschen über trockene Heizungsluft bis hin zu kalter Witterung. Das Ergebnis sind oft trockene, raue oder sogar rissige Hände. Eine gute Handcreme ist daher unerlässlich, doch die richtige Wahl und Anwendung sind entscheidend für eine wirksame Pflege. Es geht nicht nur darum, irgendeine Creme zu verwenden, sondern zu verstehen, was sehr trockene Haut wirklich braucht und wie man sie optimal versorgt.
Die richtigen Inhaltsstoffe für intensive Pflege
Eine wirksame Handcreme für sehr trockene Haut basiert auf einer ausgewogenen Kombination von Inhaltsstoffen, die Feuchtigkeit spenden, die Haut glätten und die Hautbarriere schützen. Achten Sie auf folgende Wirkstoffgruppen:
1. Feuchthaltemittel (Humectants)
Diese Stoffe ziehen Wasser aus der Umgebung und den tieferen Hautschichten an und binden es in der obersten Hautschicht. Sie sind die erste Stufe der Hydratation. Zu den bekanntesten Feuchthaltemitteln gehören:
- Glycerin: Ein bewährter und sehr effektiver Inhaltsstoff, der die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgt.
- Hyaluronsäure: Kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser binden und polstert die Haut von innen auf.
- Panthenol (Provitamin B5): Wirkt nicht nur feuchtigkeitsspendend, sondern auch beruhigend und fördert die Regeneration der Haut.
- Urea (Harnstoff): In niedriger Konzentration hilft Urea, die Haut geschmeidig zu halten und Feuchtigkeit zu binden.
2. Weichmacher (Emollients)
Weichmacher füllen die Lücken zwischen den Hautzellen auf, glätten die Hautoberfläche und machen sie weich und geschmeidig. Sie tragen wesentlich zur Reparatur der Hautbarriere bei.
- Ceramide: Sind natürliche Bestandteile der Hautbarriere. Ihre Zufuhr von außen hilft, die Schutzfunktion der Haut wiederherzustellen.
- Natürliche Öle und Fette: Sheabutter, Kakaobutter, Jojobaöl oder Mandelöl sind reich an Fettsäuren, die die Haut nähren und pflegen.
3. Okklusiva (Occlusives)
Okklusiva bilden einen schützenden Film auf der Haut, der den Wasserverlust verhindert (transepidermaler Wasserverlust). Sie schließen die zuvor zugeführte Feuchtigkeit ein und schützen die Haut vor äußeren Einflüssen. Für sehr trockene Hände ist dieser Schritt entscheidend.
- Bienenwachs oder Lanolin (Wollwachs): Natürliche Wachse, die eine effektive Schutzschicht bilden.
- Dimethicone: Ein Silikon, das einen atmungsaktiven, nicht fettenden Schutzfilm hinterlässt und die Haut seidig glatt macht.
Eine gute Handcreme für sehr trockene Haut sollte idealerweise Inhaltsstoffe aus allen drei Kategorien enthalten, um die Haut umfassend zu versorgen.
Die korrekte Anwendung: Mehr als nur Eincremen
Die Technik, mit der Sie die Handcreme auftragen, kann ihre Wirksamkeit erheblich steigern. Eine erbsengroße Menge reicht oft schon aus, um beide Hände zu pflegen.
- Auf dem Handrücken beginnen: Geben Sie die Creme auf den Handrücken einer Hand. Die Haut ist hier dünner und oft trockener als auf den Handflächen.
- Handrücken an Handrücken reiben: Verteilen Sie die Creme, indem Sie die beiden Handrücken aneinanderreiben. So wird der Großteil des Produkts dort aufgetragen, wo es am meisten benötigt wird.
- Finger und Zwischenräume einbeziehen: Massieren Sie die restliche Creme sorgfältig in die Finger, die Fingerzwischenräume und die Handflächen ein.
- Nagelhaut nicht vergessen: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Creme gezielt in die Nagelhaut einzumassieren. Das beugt Trockenheit und Rissen vor.
- Sanft einmassieren: Eine kurze Massage fördert nicht nur die Durchblutung, sondern hilft der Creme auch, besser einzuziehen.
Häufigkeit und Timing: Eine Routine für geschmeidige Hände
Konsistenz ist der Schlüssel zum Erfolg. Einmaliges Eincremen am Tag reicht bei sehr trockenen Händen meist nicht aus. Integrieren Sie die Handpflege fest in Ihren Alltag:
- Nach jedem Händewaschen: Wasser und Seife entziehen der Haut wertvolle Lipide. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, die Hände nach jedem Waschen sofort wieder einzucremen. Platzieren Sie eine Tube Handcreme direkt neben dem Waschbecken.
- Vor dem Schlafengehen: Die Nacht ist die ideale Zeit für eine intensive Regeneration. Tragen Sie eine etwas dickere Schicht Creme auf, bevor Sie ins Bett gehen. So kann sie über viele Stunden ungestört einwirken. Für einen Spa-Effekt können Sie Baumwollhandschuhe über Nacht tragen.
- Bei Bedarf zwischendurch: Immer wenn sich Ihre Hände trocken oder gespannt anfühlen, gönnen Sie ihnen eine Extraportion Pflege.
- Vor dem Kontakt mit Kälte oder Wind: Tragen Sie die Creme auf, bevor Sie das Haus verlassen, um eine schützende Barriere gegen Witterungseinflüsse zu schaffen.
Häufige Fehler bei der Handpflege vermeiden
Manchmal bleibt der Erfolg trotz regelmäßigen Eincremens aus. Das kann an kleinen Fehlern in der Routine liegen:
- Zu heißes Wasser: Waschen Sie Ihre Hände mit lauwarmem statt heißem Wasser, um die Haut weniger auszutrocknen.
- Aggressive Reinigungsprodukte: Verwenden Sie milde, pH-neutrale Seifen oder Waschlotionen.
- Kein Schutz bei Hausarbeiten: Tragen Sie bei der Haus- oder Gartenarbeit immer Schutzhandschuhe, um den Kontakt mit Reinigungsmitteln, Schmutz und Wasser zu minimieren.
- Inkonsistenz: Die beste Handcreme nützt wenig, wenn sie nur sporadisch verwendet wird. Regelmäßigkeit ist entscheidend, um die Hautbarriere nachhaltig zu stärken.