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Nagellack-Unterlack: Warum er unverzichtbar ist und wie man ihn richtig aufträgt

Ein Unterlack ist der Schlüssel zu einer perfekten Maniküre. Erfahren Sie, warum dieser erste Schritt so entscheidend für schöne Nägel ist.

Eine perfekte, langanhaltende Maniküre ist der Wunsch vieler. Oft konzentrieren wir uns dabei auf die Auswahl der schönsten Farbe und ein glänzendes Finish durch einen Überlack. Doch der wahre Schlüssel zu einem makellosen Ergebnis liegt im ersten, oft unterschätzten Schritt: dem Auftragen eines Unterlacks, auch Base Coat genannt. Diese transparente Schicht ist weit mehr als nur eine Grundierung. Sie ist die unsichtbare Heldin, die den Nagel schützt, die Haltbarkeit des Farblacks verlängert und für ein professionelles Aussehen sorgt. Wer diesen Schritt in seine Routine integriert, wird schnell einen deutlichen Unterschied in der Qualität und Langlebigkeit seiner Maniküre feststellen.

Warum ist ein Unterlack so wichtig?

Ein Unterlack erfüllt mehrere entscheidende Funktionen, die weit über eine simple Grundierung hinausgehen. Er bildet eine schützende Barriere und schafft die optimale Grundlage für den nachfolgenden Farbauftrag.

  • Schutz vor Verfärbungen: Besonders intensive und dunkle Nagellackfarben enthalten Pigmente, die in die Nagelplatte eindringen und zu unschönen gelblichen oder dunklen Verfärbungen führen können. Der Unterlack legt sich wie ein Schutzschild auf den Naturnagel und verhindert den direkten Kontakt der Farbpigmente mit dem Nagel.
  • Verbesserte Haftung des Farblacks: Die Oberfläche des Naturnagels ist nie vollkommen glatt. Ein Unterlack schafft eine leicht klebrige, gleichmäßige Basis, an der der Farblack optimal haften kann. Das Ergebnis ist eine deutlich längere Haltbarkeit der Maniküre und weniger Absplittern (Chipping).
  • Glättung der Nageloberfläche: Kleine Rillen, Unebenheiten oder Dellen auf der Nagelplatte sind völlig normal. Ein Unterlack füllt diese feinen Unregelmäßigkeiten auf und sorgt für eine spiegelglatte Oberfläche. Der Farblack lässt sich dadurch viel gleichmäßiger auftragen und das Endergebnis wirkt ebenmäßiger und professioneller.
  • Pflegende Wirkung: Viele Unterlacke sind mit pflegenden Inhaltsstoffen angereichert. Je nach Formulierung können sie dazu beitragen, die Nägel zu stärken, mit Feuchtigkeit zu versorgen oder ihre Flexibilität zu verbessern. So wird die Nagelpflege direkt in die Maniküre integriert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Den Unterlack perfekt auftragen

Die richtige Technik beim Auftragen ist entscheidend für das Endergebnis. Mit ein wenig Übung wird dieser Schritt zu einem schnellen und einfachen Teil Ihrer Routine.

1. Die Vorbereitung der Nägel

Keine Maniküre kann ohne eine sorgfältige Vorbereitung gelingen. Beginnen Sie immer mit sauberen, trockenen Nägeln. Entfernen Sie zunächst alle Reste von altem Nagellack. Feilen Sie Ihre Nägel in die gewünschte Form und schieben Sie die Nagelhaut sanft mit einem Rosenholzstäbchen oder einem gummierten Nagelhautschieber zurück. Anschließend ist es entscheidend, die Nagelplatte zu entfetten. Wischen Sie dazu mit einem Wattepad, das mit einem speziellen Nagelreiniger oder einer alkoholfreien Lösung getränkt ist, über jeden Nagel. Dadurch werden natürliche Öle und Rückstände entfernt, die die Haftung des Lacks beeinträchtigen könnten.

2. Das Auftragen des Unterlacks

Sobald die Nägel sauber und trocken sind, können Sie mit dem Unterlack beginnen. Das Geheimnis liegt in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht. Streifen Sie überschüssiges Produkt am Flaschenhals vom Pinsel ab. Setzen Sie den Pinsel in der Mitte des Nagels, kurz vor der Nagelhaut, an und ziehen Sie einen geraden Strich bis zur Nagelspitze. Setzen Sie dann erneut an und lackieren Sie die linke und rechte Seite des Nagels mit je einem weiteren Pinselstrich. Diese Drei-Strich-Technik sorgt für eine gleichmäßige Verteilung.

3. Die Nagelspitze versiegeln

Ein entscheidender Trick, um das Absplittern des Lacks zu verhindern, ist das Versiegeln der Nagelspitze. Fahren Sie dazu mit dem Pinsel des Unterlacks sanft an der vorderen Kante des Nagels entlang. Diese sogenannte „Ummantelung“ schafft eine zusätzliche Barriere an der am stärksten beanspruchten Stelle des Nagels.

4. Ausreichend trocknen lassen

Geduld ist hier eine Tugend. Lassen Sie den Unterlack vollständig trocknen, bevor Sie mit dem Farblack fortfahren. Je nach Produkt dauert dies ein bis zwei Minuten. Eine trockene Oberfläche sorgt dafür, dass sich die Schichten optimal verbinden und keine Bläschen oder Schlieren entstehen.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Auch bei einem scheinbar einfachen Schritt wie dem Auftragen des Unterlacks können Fehler passieren. Hier sind die häufigsten und wie Sie sie leicht umgehen können.

  • Eine zu dicke Schicht auftragen: Dies führt zu einer sehr langen Trocknungszeit und kann Bläschenbildung im Farblack verursachen. Lösung: Immer nur eine dünne Schicht auftragen und den Pinsel gut abstreifen.
  • Die Vorbereitung überspringen: Das Auftragen von Lack auf eine ölige oder unsaubere Nagelplatte ist die häufigste Ursache für eine kurze Haltbarkeit. Lösung: Nehmen Sie sich immer Zeit für die gründliche Reinigung und Entfettung der Nägel.
  • Die Nagelhaut mitlackieren: Gelangt der Unterlack auf die Haut, kann dies beim Trocknen zu Spannungen führen und die gesamte Lackschicht hebt sich schneller vom Nagel ab. Lösung: Lassen Sie einen winzigen Spalt (weniger als einen Millimeter) zwischen Lack und Nagelhaut.
  • Die Trockenzeit nicht einhalten: Wer zu früh mit dem Farblack beginnt, riskiert, den Unterlack zu verschmieren und die Haftung zu ruinieren. Lösung: Warten Sie, bis die Oberfläche des Unterlacks sich trocken und nicht mehr klebrig anfühlt.

Indem Sie dem Unterlack die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient, legen Sie den Grundstein für eine Maniküre, die nicht nur schöner aussieht, sondern auch deutlich länger hält. Dieser kleine zusätzliche Schritt macht einen großen Unterschied für die Gesundheit und das Aussehen Ihrer Nägel.