Eine perfekte Maniküre mit einem glänzenden, splitterfreien Finish, das tagelang hält – das ist der Wunsch vieler. Oftmals ist die Enttäuschung jedoch groß, wenn der frisch aufgetragene Nagellack bereits nach kurzer Zeit erste Macken aufweist. Die gute Nachricht ist: Mit der richtigen Technik und Vorbereitung können Sie die Haltbarkeit Ihres Nagellacks erheblich verlängern. Es sind oft kleine Details im Prozess, die den großen Unterschied zwischen einer kurzlebigen und einer widerstandsfähigen Maniküre ausmachen.
Die richtige Vorbereitung: Das Fundament für langen Halt
Bevor die erste Farbschicht aufgetragen wird, muss die Nagelplatte optimal vorbereitet werden. Dieser Schritt ist entscheidend, da er die Haftung des Lacks maßgeblich beeinflusst. Eine saubere, glatte und fettfreie Oberfläche ist das A und O.
- Reinigung: Beginnen Sie damit, alle Reste von altem Lack gründlich zu entfernen. Waschen Sie anschließend Ihre Hände, um Schmutz und Öle zu beseitigen. Trocknen Sie sie sorgfältig ab. Ein entscheidender Schritt ist das Entfetten der Nagelplatte direkt vor dem Lackieren. Verwenden Sie dazu einen Wattepad mit einem milden Nagelreiniger oder etwas Reinigungsalkohol.
- Formen: Feilen Sie Ihre Nägel in die gewünschte Form. Achten Sie darauf, immer nur in eine Richtung zu feilen, um ein Splittern der Nägel zu vermeiden. Eine Glasfeile ist hierfür besonders schonend.
- Nagelhautpflege: Schieben Sie die Nagelhaut sanft mit einem Rosenholzstäbchen oder einem gummierten Pferdefüßchen zurück. Schneiden Sie die Nagelhaut nur, wenn es absolut notwendig ist, und seien Sie dabei äußerst vorsichtig. Eine intakte Nagelhaut schützt das Nagelbett. Entfernen Sie nur lose, abgestorbene Hautpartikel.
- Glätten: Falls Ihre Nageloberfläche Rillen oder Unebenheiten aufweist, können Sie diese vorsichtig mit einer sehr feinen Polierfeile glätten. Seien Sie hierbei sehr sanft, um den Nagel nicht auszudünnen.
Die perfekte Lackiertechnik in Schichten
Die Art und Weise, wie der Nagellack aufgetragen wird, ist ebenso wichtig wie die Vorbereitung. Das Geheimnis einer langlebigen Maniküre liegt im Schichtenaufbau. Dünne Schichten sind dabei immer besser als eine einzige dicke Schicht.
Schritt 1: Der Unterlack (Base Coat)
Überspringen Sie niemals den Unterlack. Er bildet eine schützende Barriere zwischen Ihrem Naturnagel und dem Farblack, verhindert Verfärbungen und sorgt für eine bessere Haftung. Tragen Sie eine dünne Schicht auf und lassen Sie sie vollständig trocknen. Dies dauert in der Regel ein bis zwei Minuten.
Schritt 2: Der Farblack
Tragen Sie nun die erste dünne Schicht des Farblacks auf. Beginnen Sie mit einem Pinselstrich in der Mitte des Nagels, kurz vor der Nagelhaut, und ziehen Sie ihn zur Spitze. Setzen Sie dann je einen Strich links und rechts daneben. Lassen Sie diese Schicht gut trocknen – mindestens zwei bis fünf Minuten. Wiederholen Sie den Vorgang mit einer zweiten, ebenfalls dünnen Farbschicht, um eine volle Deckkraft und Farbintensität zu erzielen. Geduld ist hier der Schlüssel: Nur wenn die erste Schicht trocken ist, kann die zweite optimal haften.
Schritt 3: Der Überlack (Top Coat)
Der Überlack ist der Schutzschild Ihrer Maniküre. Er versiegelt die Farbe, schützt vor Absplittern und Kratzern und verleiht ein glänzendes oder mattes Finish. Tragen Sie eine großzügige Schicht auf, achten Sie aber darauf, dass sie nicht auf die Haut läuft. Ein wichtiger Trick ist das sogenannte „Capping“: Fahren Sie mit dem Pinsel des Überlacks auch über die vordere Kante der Nagelspitze. Diese Versiegelung macht die Maniküre deutlich widerstandsfähiger gegen Stöße.
Pflege nach dem Lackieren für maximale Haltbarkeit
Auch nach dem Lackieren können Sie einiges tun, um das Ergebnis zu bewahren. Gönnen Sie Ihren Nägeln nach dem Auftragen des Überlacks ausreichend Zeit zum Aushärten. Auch wenn der Lack sich trocken anfühlt, ist er oft noch nicht vollständig stoßfest. Vermeiden Sie in der ersten Stunde heiße Bäder oder intensive Hausarbeiten. Pflegen Sie Ihre Nagelhaut täglich mit einem Nagelöl. Das hält nicht nur die Haut geschmeidig, sondern auch den Nagel flexibel und weniger anfällig für Brüche. Tragen Sie bei der Haus- oder Gartenarbeit Handschuhe, um Ihre Maniküre vor Wasser und aggressiven Reinigungsmitteln zu schützen.
Häufige Fehler, die die Haltbarkeit verkürzen
Manchmal sind es kleine Gewohnheiten, die eine ansonsten perfekte Maniküre ruinieren. Achten Sie darauf, diese Fehler zu vermeiden:
- Zu dicke Schichten: Dick aufgetragener Lack trocknet schlecht und neigt dazu, Blasen zu werfen und schnell abzublättern.
- Kein Unter- oder Überlack: Das Auslassen dieser wichtigen Schritte verkürzt die Haltbarkeit drastisch und kann die Nägel schädigen.
- Lackieren auf öliger Nagelplatte: Cremes, Öle oder Seifenreste verhindern, dass der Lack richtig haften kann.
- Nagellackflasche schütteln: Durch das Schütteln entstehen Luftblasen, die sich beim Auftragen auf dem Nagel zeigen und die Oberfläche uneben machen. Rollen Sie die Flasche stattdessen sanft zwischen den Handflächen.
- Zu alte, zähe Lacke verwenden: Wenn ein Nagellack eindickt, lässt er sich nicht mehr dünn und gleichmäßig auftragen. Dies führt unweigerlich zu einem unsauberen und weniger haltbaren Ergebnis.