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Körperbutter: Wann sie besser als Bodylotion ist und wie man sie richtig anwendet

Körperbutter ist eine reichhaltige Pflege, die besonders trockener Haut intensive Feuchtigkeit und Lipide spendet. Erfahren Sie, wie man sie anwendet.

Eine gute Hautpflege ist der Schlüssel zu einem gesunden und strahlenden Erscheinungsbild. Während das Gesicht oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, verdient die Haut am ganzen Körper die gleiche Zuwendung. Besonders die Feuchtigkeitspflege spielt eine entscheidende Rolle, um die Hautbarriere zu stärken und sie vor Trockenheit zu schützen. Im Regal der Pflegeprodukte finden sich dazu unzählige Optionen, doch zwei Klassiker dominieren: die leichte Bodylotion und die reichhaltige Körperbutter. Doch wann ist welches Produkt die richtige Wahl und wie entfaltet gerade die nährende Körperbutter ihre volle Wirkung?

Was ist Körperbutter und was unterscheidet sie von einer Bodylotion?

Um die richtige Entscheidung für die eigene Haut zu treffen, ist es wichtig, den grundlegenden Unterschied zwischen Körperbutter und Bodylotion zu verstehen. Der Hauptunterschied liegt in ihrer Zusammensetzung und der daraus resultierenden Textur und Funktion.

Körperbutter, wie der Name schon andeutet, hat eine feste, butterähnliche Konsistenz. Sie besteht hauptsächlich aus natürlichen Fetten und Ölen, die aus Nüssen, Samen und Früchten gewonnen werden. Typische Inhaltsstoffe sind Sheabutter, Kakaobutter oder Mangobutter, kombiniert mit nährenden Ölen wie Kokos-, Jojoba- oder Mandelöl. Der Wasseranteil in Körperbutter ist sehr gering oder fehlt gänzlich. Diese dichte Zusammensetzung macht sie extrem reichhaltig und nährend. Bei Hautkontakt schmilzt die feste Butter durch die Körperwärme und lässt sich verteilen. Ihre primäre Funktion ist es, eine schützende Schicht auf der Haut zu bilden, die den Feuchtigkeitsverlust verhindert (ein sogenannter okklusiver Effekt) und die Haut langanhaltend mit Lipiden versorgt.

Bodylotion hingegen hat einen deutlich höheren Wasseranteil. Ihre Textur ist flüssiger, leichter und sie zieht in der Regel schnell in die Haut ein, ohne einen spürbaren Film zu hinterlassen. Lotionen spenden der Haut primär Feuchtigkeit (hydratisierende Wirkung) und enthalten ebenfalls pflegende Öle, jedoch in einer geringeren Konzentration als Körperbutter. Sie sind ideal für die tägliche, unkomplizierte Pflege normaler bis leicht trockener Haut, besonders wenn es schnell gehen muss.

Wann ist Körperbutter die bessere Wahl?

Obwohl eine Bodylotion für viele Hauttypen und Situationen ausreicht, gibt es bestimmte Momente und Bedürfnisse, in denen Körperbutter ihre Stärken voll ausspielt und die überlegene Wahl ist.

  • Bei sehr trockener und rauer Haut: Wenn die Haut spannt, schuppt oder sich rau anfühlt, benötigt sie mehr als nur leichte Feuchtigkeit. Körperbutter liefert die intensive Dosis an Fetten, die notwendig ist, um die Hautbarriere zu reparieren und die Haut wieder geschmeidig zu machen.
  • Für besonders pflegebedürftige Partien: Ellenbogen, Knie, Schienbeine und Fersen neigen oft zu extremer Trockenheit und sogar Rissbildung. Eine gezielte Anwendung von Körperbutter auf diesen Zonen kann wahre Wunder wirken und die Haut wieder weich pflegen.
  • In der kalten Jahreszeit: Im Winter entziehen trockene Heizungsluft und kalte Außentemperaturen der Haut viel Feuchtigkeit. Die schützende Schicht der Körperbutter bewahrt die Haut vor dem Austrocknen und schützt sie vor äußeren Einflüssen.
  • Als intensive Nachtpflege: Über Nacht hat die Haut Zeit, sich zu regenerieren. Eine großzügige Schicht Körperbutter vor dem Schlafengehen wirkt wie eine Intensivkur und sorgt dafür, dass man am nächsten Morgen mit samtweicher Haut aufwacht.
  • Nach dem Baden oder Duschen: Direkt nach dem Kontakt mit warmem Wasser sind die Poren geöffnet und die Haut ist besonders aufnahmefähig für Pflegeprodukte. Körperbutter schließt die aufgenommene Feuchtigkeit effektiv in der Haut ein.

Die richtige Anwendung: So entfaltet Körperbutter ihre volle Wirkung

Die dicke Textur der Körperbutter erfordert eine etwas andere Anwendungstechnik als eine leichte Lotion. Mit den richtigen Handgriffen wird die Anwendung zu einem wohltuenden Pflegeritual, das maximale Ergebnisse liefert.

Schritt 1: Auf leicht feuchter Haut anwenden. Der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Körperbutter ist direkt nach dem Duschen oder Baden. Tupfen Sie die Haut mit einem Handtuch nur sanft ab, sodass sie noch leicht feucht ist. Die Butter verbindet sich mit dem Wasser auf der Hautoberfläche und schließt die Feuchtigkeit tief in der Haut ein.

Schritt 2: Das Produkt erwärmen. Nehmen Sie eine kleine Menge Körperbutter aus dem Tiegel – oft reicht schon eine haselnussgroße Portion für einen größeren Bereich. Verreiben Sie die Butter zwischen Ihren Handflächen. Durch die Körperwärme schmilzt sie und wird zu einem geschmeidigen Öl, das sich leichter verteilen lässt.

Schritt 3: Mit sanften, kreisenden Bewegungen einmassieren. Tragen Sie die geschmolzene Butter nun auf den Körper auf und massieren Sie sie mit sanftem Druck und kreisenden Bewegungen ein. Diese Massagetechnik fördert nicht nur die Durchblutung, sondern hilft dem Produkt auch, besser in die Haut einzudringen. Widmen Sie trockenen Stellen besondere Aufmerksamkeit.

Schritt 4: Zeit zum Einziehen geben. Aufgrund ihrer reichhaltigen Formulierung benötigt Körperbutter etwas länger, um vollständig einzuziehen als eine Lotion. Planen Sie einige Minuten ein, bevor Sie sich anziehen, um Fettflecken auf der Kleidung zu vermeiden. Die kurze Wartezeit lohnt sich für das tiefengepflegte Hautgefühl.

Häufige Fehler bei der Verwendung von Körperbutter vermeiden

Um das Beste aus Ihrer Körperbutter herauszuholen und ein unangenehm fettiges Gefühl zu vermeiden, sollten Sie einige typische Fehler kennen und umgehen.

  • Zu viel Produkt verwenden: Der häufigste Fehler ist die Anwendung einer zu großen Menge. Körperbutter ist sehr ergiebig. Beginnen Sie mit wenig Produkt und nehmen Sie bei Bedarf lieber noch etwas nach. Eine zu dicke Schicht kann die Haut überladen und fühlt sich klebrig an.
  • Anwendung auf komplett trockener Haut: Trägt man Körperbutter auf trockene Haut auf, legt sie sich zwar als Schutzfilm darüber, kann aber keine Feuchtigkeit einschließen. Der Effekt ist deutlich geringer als bei der Anwendung auf feuchter Haut.
  • Keine Geduld beim Einziehen: Wer sich direkt nach dem Eincremen anzieht, riskiert nicht nur Flecken, sondern reibt auch einen Großteil des wertvollen Produkts wieder ab, bevor es seine Wirkung entfalten konnte.
  • Für das Gesicht verwenden: Körperbutter ist in der Regel für die dickere und weniger empfindliche Haut des Körpers formuliert. Für die zarte Gesichtshaut ist sie oft zu reichhaltig und kann die Poren verstopfen. Greifen Sie für das Gesicht zu speziell dafür entwickelten Feuchtigkeitscremes.