Die Frisuren der 1960er Jahre stehen wie kaum eine andere Epoche für Eleganz, Weiblichkeit und ausdrucksstarkes Volumen. Ob opulente Hochsteckfrisuren, markante Ponys oder sanft fließende Wellen – der Retro-Look fasziniert bis heute und erlebt auf den Laufstegen sowie im Alltag ein stilvolles Comeback. Besonders die Kombination aus einem sanft angehobenen Pony und weichen, glänzenden Wellen, die das Gesicht elegant umrahmen, strahlt eine zeitlose Raffinesse aus. Auf hellen, minimalistischen Hintergründen und im sanften Tageslicht kommt die feine Struktur dieser kunstvollen Haarkreationen besonders schön zur Geltung. Mit den richtigen Handgriffen und einer schonenden Styling-Routine lässt sich dieser edle Vintage-Look ganz einfach zu Hause nachkreieren.
Die Vorbereitung: Die Basis für maximales Volumen
Ein gelungener Look im Stil der 60er Jahre basiert auf einer gut durchdachten Vorbereitung des Haares. Da Volumen das wichtigste Merkmal dieser Epoche ist, sollte bereits beim Waschen darauf geachtet werden, das Haar nicht mit zu schweren Pflegeprodukten zu beschweren. Ein leichtes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo und eine Spülung, die nur in die Spitzen eingearbeitet wird, bilden die perfekte Grundlage.
Das richtige Föhnen
Um dem Haar von Grund auf Standkraft zu verleihen, empfiehlt es sich, das Haar kopfüber anzuföhnen. Sobald das Haar fast trocken ist, kann ein Volumenschaum oder ein leichtes Festigungsspray in den Ansatz eingearbeitet werden. Anschließend wird das Haar Strähne für Strähne über eine große Rundbürste trocken geföhnt. Wichtig ist hierbei, die Bürste am Ansatz anzusetzen und mit leichter Spannung nach oben und außen zu ziehen. Dies schafft die nötige Fülle, die für den späteren Stand des Ponys und der Wellen unerlässlich ist.
Der erhöhte Pony: Das Markenzeichen der Epoche
Der unverkennbare, voluminöse Pony ist das Herzstück vieler 60er-Jahre-Frisuren. Er wird nicht flach auf der Stirn getragen, sondern sanft geschwungen und leicht angehoben, um dem Gesicht einen offenen und eleganten Rahmen zu geben.
- Das Toupieren: Um dem Pony den typischen Stand zu verleihen, wird die Haarpartie in schmale Segmente unterteilt. Mit einem feinen Toupierkamm wird das Haar vorsichtig von der Mitte zum Ansatz hin geschoben. Wichtig ist, dies behutsam zu tun, um die Schuppenschicht des Haares nicht zu schädigen.
- Das Glätten der Oberfläche: Nachdem die Basis toupiert wurde, wird die oberste Schicht des Ponys ganz sanft mit einer weichen Naturborstenbürste glattgestrichen. So bleibt das Volumen im Inneren verborgen, während das Äußere makellos und glänzend erscheint.
- Der Schwung: Mit einer Rundbürste oder einem großen Lockenstab wird der Pony in einem eleganten Bogen nach hinten oder zur Seite gelegt, sodass er weich fällt und optisch angehoben bleibt.
Sanfte Wellen im Retro-Stil kreieren
Neben dem voluminösen Ansatz zeichnet sich dieser Look durch weiche, glänzende Wellen aus, die auch als "Katzenwellen" bezeichnet werden. Diese Wellen sind im Gegensatz zu modernen Strandwellen sehr definiert, harmonisch und weisen einen seidigen Glanz auf.
Schritt-für-Schritt zu den perfekten Wellen
Um diese edle Textur zu erzielen, können entweder klassische Heizwickler oder ein breiter Lockenstab verwendet werden. Das Haar wird in gleichmäßige Partien unterteilt und aufgewickelt. Nach dem Abkühlen der Locken kommt der entscheidende Schritt: Das Haar wird nicht mit den Fingern zerzaust, sondern vorsichtig mit einer Bürste ausgekämmt. Erst durch das Bürsten verbinden sich die einzelnen Locken zu den typischen, fließenden Wellen der 60er Jahre. Ein Hauch von leichtem Haaröl in den Spitzen sorgt für den charakteristischen, gesunden Glanz.
Fixierung und Glanz: Der perfekte Halt ohne Verkleben
Eine Frisur aus den 60er Jahren assoziiert man oft mit einer starken Fixierung. Heute möchten wir jedoch ein natürliches Haargefühl bewahren, bei dem das Haar elastisch bleibt und sich dennoch nicht aushängt. Der Schlüssel liegt in der richtigen Technik und der Wahl der Stylingprodukte.
Die Kunst des feinen Sprühens
Anstelle von schwerem, nassem Haarspray sollte ein feiner, trockener Haarlack verwendet werden. Dieser sollte aus einer Entfernung von mindestens 30 Zentimetern gleichmäßig aufgesprüht werden. Dadurch legen sich die feinen Partikel wie ein unsichtbares Netz über das Haar, ohne es zu beschweren oder zu verkleben. Für den ultimativen Retro-Glanz kann abschließend ein spezielles Glanzspray verwendet werden, das das Licht reflektiert und der Frisur ein edles Finish verleiht.
Schonung und Pflege für gestyltes Haar
Da für diesen glamourösen Look Hitze, Toupieren und Stylingprodukte zum Einsatz kommen, benötigt das Haar im Nachgang eine Extraportion Aufmerksamkeit. Eine ausgewogene Pflegeroutine sorgt dafür, dass das Haar gesund bleibt und seinen natürlichen Glanz behält.
- Sanftes Ausbürsten: Vor dem Schlafengehen sollte die Frisur vorsichtig von den Spitzen ausgehend nach oben hin ausgebürstet werden, um Stylingrückstände und Toupagen schonend zu entfernen.
- Reichhaltige Masken: Einmal pro Woche empfiehlt sich eine tiefenwirksame Haarmaske mit pflanzlichen Ölen wie Argan- oder Mandelöl, um Feuchtigkeit zu spenden und die Haarstruktur zu regenerieren.
- Hitzeschutz: Bei jedem Styling mit Föhn oder Lockenstab ist ein zuverlässiger Hitzeschutz ein absolutes Muss, um Haarbruch und Trockenheit vorzubeugen.
Mit dieser Kombination aus klassischer Eleganz und moderner Haarpflege lässt sich der unvergleichliche Charme der 60er Jahre jederzeit wiederbeleben – für einen Auftritt voller Stil und zeitloser Schönheit.