Die Frisuren der 1960er Jahre sind ein Symbol für Eleganz, Glamour und ein ganz neues Volumen. Ikonische Looks wie der hoch aufragende Beehive-Dutt oder der lässig-schicke Pony im Stil von Brigitte Bardot erleben immer wieder ein Comeback und faszinieren durch ihre zeitlose Schönheit. Doch wie gelingt es, diesen unverwechselbaren Stil zu Hause nachzumachen, ohne das Haar zu strapazieren? Das Geheimnis liegt in der richtigen Technik und Vorbereitung. Mit ein paar einfachen Schritten und den richtigen Handgriffen können Sie den Geist der 60er Jahre in Ihr Haar zaubern.
Das Geheimnis des Volumens: Die Kunst des richtigen Toupierens
Die Basis fast jeder voluminösen Frisur der 60er Jahre ist das Toupieren. Richtig angewendet, schafft es eine stabile Grundlage für Hochsteckfrisuren und verleiht dem Haar am Ansatz Fülle und Stand. Falsch gemacht, kann es jedoch zu Haarbruch und Knoten führen. Eine sanfte Herangehensweise ist daher entscheidend.
Für ein schonendes Toupieren benötigen Sie einen speziellen Toupierkamm, der oft eine Mischung aus kürzeren und längeren Borsten hat. Beginnen Sie immer mit trockenem, sauberem Haar. Ein Hauch Trockenshampoo oder Texturspray am Ansatz kann helfen, dem Haar mehr Griffigkeit zu verleihen.
- In Sektionen arbeiten: Teilen Sie die obere Haarpartie am Scheitel oder am Hinterkopf ab, die später das Volumen bekommen soll. Arbeiten Sie Strähne für Strähne, wobei die einzelnen Strähnen nicht breiter als der Kamm sein sollten.
- Die richtige Bewegung: Halten Sie eine Strähne straff nach oben. Setzen Sie den Kamm einige Zentimeter vom Ansatz entfernt an und schieben Sie das Haar sanft in Richtung Kopfhaut. Führen Sie diese Bewegung zwei- bis dreimal pro Strähne durch. Es geht nicht darum, wilde Knoten zu erzeugen, sondern ein weiches Polster am Ansatz zu schaffen.
- Die Oberfläche glätten: Nachdem Sie die gewünschten Partien toupiert haben, nehmen Sie eine Bürste mit weichen Borsten (z.B. eine Wildschweinborstenbürste) und streichen Sie die oberste Haarschicht vorsichtig über das toupierte Polster. So entsteht eine glatte, elegante Oberfläche, während das Volumen darunter erhalten bleibt.
Der ikonische Beehive-Dutt: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Der Beehive, zu Deutsch „Bienenstock“, ist der Inbegriff der 60er-Jahre-Eleganz. Seine charakteristische, hohe und runde Form erfordert eine gute Vorbereitung, ist aber mit etwas Übung gut umzusetzen.
Vorbereitung: Beginnen Sie mit trockenem Haar. Für zusätzlichen Halt und Volumen können Sie vorab etwas Volumenmousse oder Texturspray verwenden.
Schritt 1: Haare abteilen
Trennen Sie eine große Sektion am oberen Hinterkopf ab. Diese Partie wird später das Hauptvolumen des Beehives bilden. Die restlichen Haare an den Seiten und im Nacken können Sie vorerst mit einer Klammer fixieren.
Schritt 2: Volumen aufbauen
Nehmen Sie die abgeteilte obere Sektion und toupieren Sie sie Strähne für Strähne kräftig am Ansatz, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Je gründlicher Sie toupieren, desto stabiler und voluminöser wird der Dutt. Sprühen Sie eine leichte Schicht Haarspray auf die toupierten Ansätze, um das Volumen zu fixieren.
Schritt 3: Die Form schaffen
Kämmen Sie nun die Oberfläche der toupierten Partie vorsichtig glatt, ohne das Volumen darunter herauszudrücken. Drehen Sie die Enden dieser Haarpartie ein und stecken Sie sie am Hinterkopf mit Haarnadeln fest, sodass ein voluminöses Polster entsteht.
Schritt 4: Den Dutt vollenden
Nehmen Sie nun die restlichen Haare (von den Seiten und aus dem Nacken), kämmen Sie sie glatt und legen Sie sie um das Volumenpolster. Sie können die Haare entweder zu einem Pferdeschwanz zusammenfassen und die Längen um die Basis wickeln oder sie direkt nach oben führen, über das Polster legen und die Spitzen darunter verstecken. Befestigen Sie alles gut mit Haarnadeln. Die Nadeln sollten möglichst unsichtbar im Haar verschwinden.
Schritt 5: Finish
Prüfen Sie die Form im Spiegel und zupfen Sie sie bei Bedarf zurecht. Ein paar locker herausgelöste Strähnen am Gesicht können den Look weicher wirken lassen. Fixieren Sie die gesamte Frisur zum Abschluss mit einem starken Haarspray.
Der lässig-elegante Bardot-Pony
Der „Bardot-Pony“ ist ein mittig gescheitelter, langer Pony, der zu den Seiten hin länger wird und das Gesicht sanft umrahmt. Er wirkt weniger streng als ein gerader Pony und strahlt eine mühelose Eleganz aus.
Das Styling ist unkompliziert. Waschen und trocknen Sie den Pony mit einer mittelgroßen Rundbürste. Föhnen Sie die Ansätze zunächst nach oben, um Volumen zu erzeugen. Wickeln Sie dann den Pony um die Bürste und föhnen Sie ihn vom Gesicht weg, sodass an den Seiten eine sanfte Welle nach außen entsteht. Alternativ können Sie den trockenen Pony auch für etwa 10-15 Minuten auf eine große Klett-Heizwickler drehen, um eine weiche, voluminöse Biegung zu erhalten. Ein wenig Texturspray hilft, die luftige Form zu bewahren und den Pony vom Rest des Haares abzuheben.
Häufige Fehler vermeiden und das Haar schonen
Bei voluminösen Retro-Frisuren ist die richtige Pflege entscheidend, um Haarschäden vorzubeugen.
- Zu aggressives Toupieren: Reißen Sie nicht am Haar. Sanfte, kurze Bewegungen in Richtung Kopfhaut sind effektiver und schonender.
- Falsches Auskämmen: Kämmen Sie toupiertes Haar niemals im trockenen Zustand gewaltsam aus. Am besten lösen Sie die Frisur unter der Dusche. Tragen Sie eine großzügige Menge Spülung oder eine Haarkur auf und entwirren Sie die Knoten vorsichtig mit den Fingern, bevor Sie einen grobzinkigen Kamm verwenden.
- Zu viel Produkt: Haarspray ist wichtig für den Halt, aber zu viel davon kann das Haar hart und klebrig machen. Sprühen Sie aus etwa 30 cm Entfernung und in mehreren dünnen Schichten.
- Vernachlässigte Pflege: Wenn Sie Ihr Haar häufiger aufwendig stylen, gönnen Sie ihm regelmäßig eine feuchtigkeitsspendende oder reparierende Haarkur, um es gesund und glänzend zu halten.
Mit diesen Tipps steht Ihrem perfekten 60er-Jahre-Look nichts mehr im Wege. Es geht darum, die Techniken zu beherrschen und gleichzeitig auf die Gesundheit Ihres Haares zu achten.