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Shellac-Pediküre: Nägel richtig vorbereiten und Lack sicher entfernen

Eine langlebige Pediküre beginnt mit der richtigen Vorbereitung und endet mit einer schonenden Entfernung. So bleiben Ihre Nägel gesund und stark.

Gepflegte Füße und perfekt lackierte Zehennägel sind vor allem in der Sandalensaison ein wunderbares Gefühl. Shellac oder Gel-Lack verspricht wochenlangen Halt ohne Absplittern und mit intensivem Glanz. Damit die Freude an der langlebigen Pediküre ungetrübt bleibt und die Naturnägel gesund und stark bleiben, sind zwei Phasen entscheidend: die sorgfältige Vorbereitung vor dem Lackieren und das schonende, sichere Entfernen des Lacks. Eine unsachgemäße Vorgehensweise kann die Nagelplatte schwächen und zu brüchigen Nägeln führen. Mit der richtigen Technik bleibt die Pediküre zu Hause ein reines Vergnügen.

Die richtige Vorbereitung der Zehennägel für eine Shellac-Pediküre

Eine gründliche Vorbereitung ist die Basis für eine haltbare und ästhetisch ansprechende Shellac-Pediküre. Sie sorgt nicht nur dafür, dass der Lack optimal haftet, sondern schützt auch die Gesundheit Ihrer Nägel. Nehmen Sie sich für diese Schritte ausreichend Zeit.

Schritt 1: Reinigen und trocknen

Beginnen Sie mit sauberen und vollständig trockenen Füßen. Ein kurzes, lauwarmes Fußbad kann entspannend wirken und die Haut aufweichen, doch achten Sie darauf, dass die Nägel vor dem Lackieren wieder komplett trocken sind. Feuchtigkeit unter dem Lack kann die Haftung beeinträchtigen. Verwenden Sie nach dem Bad einen Nagelreiniger oder ein in Isopropylalkohol getränktes Wattepad, um die Nägel von jeglichen Rückständen oder Ölen zu befreien.

Schritt 2: Kürzen und formen

Kürzen Sie Ihre Zehennägel mit einem Nagelknipser oder einer stabilen Nagelschere. Achten Sie bei Zehennägeln besonders darauf, sie möglichst gerade zu schneiden und die Ecken nur ganz leicht abzurunden. Eine zu runde oder zu kurze Form an den Seiten kann das Risiko von einwachsenden Nägeln erhöhen. Feilen Sie die Kante anschließend mit einer Nagelfeile glatt. Bewegen Sie die Feile dabei möglichst nur in eine Richtung, um ein Splittern des Nagels zu vermeiden.

Schritt 3: Nagelhaut pflegen

Die Nagelhaut schützt das Nagelbett vor äußeren Einflüssen. Daher sollte sie niemals geschnitten werden, insbesondere nicht bei einer Heimanwendung. Weichen Sie die Nagelhaut stattdessen kurz in warmem Wasser oder mit einem speziellen Nagelhautentferner-Gel ein. Schieben Sie sie danach sanft mit einem Rosenholzstäbchen oder einem gummierten Hufstäbchen zurück. Entfernen Sie nur lose, abgestorbene Hautschüppchen vorsichtig.

Schritt 4: Nagelplatte mattieren

Damit der Shellac gut haften kann, muss die Nageloberfläche leicht angeraut werden. Verwenden Sie hierfür einen sehr feinen Buffer-Block (Polierfeile). Bearbeiten Sie die gesamte Nagelplatte mit sanftem Druck, bis sie nicht mehr glänzt, sondern eine matte Oberfläche hat. Ziel ist es, den Nagel nur minimal aufzurauen und nicht, eine Schicht abzutragen. Zu starkes Feilen schädigt die Nagelplatte und macht sie dünn und empfindlich.

Schritt 5: Entfetten und grundieren

Entfernen Sie den entstandenen Staub gründlich mit einer weichen Bürste oder einem fusselfreien Pad. Tragen Sie anschließend einen speziellen Dehydrator oder Cleaner auf, um die Nägel ein letztes Mal von jeglicher Feuchtigkeit und Fett zu befreien. Dieser Schritt ist essenziell für die Haltbarkeit. Danach können Sie mit dem Auftragen der Base Coat Schicht beginnen, die unter einer UV- oder LED-Lampe ausgehärtet wird.

Sicheres Entfernen von Shellac: So schonen Sie Ihre Nägel

Das Abziehen oder Abkratzen von Shellac ist der häufigste Fehler und schädigt die Nagelplatte am stärksten, da dabei oft die oberste Nagelschicht mitgerissen wird. Die sogenannte „Soak-Off“-Methode mit Aceton ist die sicherste und schonendste Art, Shellac zu Hause zu entfernen.

Die Soak-Off-Methode Schritt für Schritt

Für diese Methode benötigen Sie kosmetisches Aceton, Wattepads, Alufolie, eine Nagelfeile und ein Rosenholzstäbchen.

  1. Oberste Schicht anrauen: Feilen Sie vorsichtig die glänzende Deckschicht (Top Coat) des Shellacs an. Dadurch kann das Aceton besser in die Farbschichten eindringen. Achten Sie darauf, nicht bis zum Naturnagel durchzufeilen.
  2. Wattepads tränken: Schneiden Sie Wattepads in kleine Stücke, die etwa die Größe Ihrer Zehennägel haben. Tränken Sie diese großzügig in Aceton.
  3. Nägel einwickeln: Legen Sie je ein getränktes Wattepad auf einen Nagel und wickeln Sie den Zeh fest mit einem Stück Alufolie ein. Die Folie verhindert, dass das Aceton verdunstet, und erzeugt eine leichte Wärme, die den Prozess beschleunigt. Alternativ gibt es wiederverwendbare Nagelclips.
  4. Einwirken lassen: Lassen Sie das Aceton für etwa 10 bis 15 Minuten einwirken. Sie spüren möglicherweise ein leichtes Kribbeln.
  5. Lack sanft entfernen: Entfernen Sie die Folie und das Wattepad von einem Nagel. Der Lack sollte nun aufgeweicht sein und sich leicht anheben. Schieben Sie den aufgeweichten Lack vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen vom Nagel. Üben Sie keinen Druck aus. Wenn sich der Lack nicht leicht lösen lässt, wickeln Sie den Nagel erneut ein und lassen Sie das Aceton weitere fünf Minuten einwirken.
  6. Reste entfernen: Nachdem der Großteil des Lacks entfernt ist, können kleine Reste mit einem Buffer-Block sanft wegpoliert werden.

Pflege nach dem Entfernen: Was Ihre Zehennägel jetzt brauchen

Nach der Behandlung mit Aceton sind Nägel und die umliegende Haut oft trocken und benötigen eine Extraportion Pflege, um sich zu regenerieren.

  • Nagelöl: Massieren Sie ein reichhaltiges Nagelöl in die Nägel und die Nagelhaut ein. Das spendet intensive Feuchtigkeit, macht sie wieder geschmeidig und fördert ein gesundes Wachstum.
  • Feuchtigkeitscreme: Verwenden Sie eine nährende Fußcreme, um die Haut an den Füßen und Zehen zu pflegen.
  • Pausen einlegen: Gönnen Sie Ihren Nägeln zwischen den Shellac-Anwendungen gelegentlich eine Pause von ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit können sie sich vollständig erholen. Nutzen Sie die lackfreie Zeit für eine intensive Pflegekur mit Nagelölen und stärkenden Seren.