Lockenwickler erleben eine Renaissance in der modernen Haarpflege. Wer anspruchsvolle Stylings mit natürlichem Volumen und sanften Wellen kreieren möchte, greift immer häufiger auf die klassischen Helfer zurück. Ein gut sortiertes Set aus verschiedenen Wicklern, ordentlich aufgereiht auf dem Frisiertisch, verspricht nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, sondern ist der Schlüssel zu einer maßgeschneiderten Frisur. Die Kunst des perfekten Stylings liegt dabei in zwei entscheidenden Faktoren: der präzisen Auswahl der Durchmesser und der logischen Reihenfolge beim Eindrehen der Haare.
Die Wahl des richtigen Durchmessers: Von klein bis extragroß
Die Größe des Lockenwicklers bestimmt maßgeblich das spätere Stylingergebnis. Wer ein Set mit unterschiedlichen Durchmessern besitzt, hat die Möglichkeit, seiner Frisur Struktur, Dynamik und ein natürliches Aussehen zu verleihen. Die verschiedenen Größen erfüllen jeweils ganz spezifische Aufgaben:
- Große Wickler (ab 40 mm Durchmesser): Diese eignen sich hervorragend für langes Haar und dienen primär dazu, maximales Volumen am Haaransatz zu erzeugen. Sie kreieren keine engen Locken, sondern schenken dem Haar eine sanfte Bewegung und elegant geschwungene Spitzen.
- Mittlere Wickler (25 bis 35 mm Durchmesser): Sie sind die Allrounder im Set. Bei mittellangem bis langem Haar erzeugen sie definierte, weiche Wellen mit natürlichem Sprung. Bei kürzerem Haar sorgen sie für eine schöne Fülle und Standkraft.
- Kleine Wickler (unter 25 mm Durchmesser): Diese Variante ist ideal, um kleinere, definiertere Locken oder Korkenzieherlocken zu formen. Auch für kürzeres Haar oder feine Haarpartien im Nackenbereich sind sie die beste Wahl, da sie das Haar fest umschließen können.
Ein harmonisches Styling entsteht meist durch die Kombination verschiedener Durchmesser. Während am Oberkopf große Wickler für Stand sorgen, können an den Seiten und im Nacken kleinere Modelle verwendet werden, um der Frisur Tiefe und Haltbarkeit zu verleihen.
Die Vorbereitung der Haare: Die Basis für langanhaltenden Halt
Bevor die Wickler zum Einsatz kommen, bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung des Haares. Lockenwickler sollten idealerweise im handtuchtrockenen oder leicht feuchten Zustand eingedreht werden. Zu nasses Haar trocknet auf dem Wickler nur sehr langsam, während trockenes Haar die Form oft nicht ausreichend annimmt.
Nach der Haarwäsche empfiehlt es sich, ein leichtes Stylingprodukt, wie etwa einen Schaumfestiger ohne Alkohol, gleichmäßig im Haar zu verteilen. Dies gibt der Struktur den nötigen Griff, ohne sie zu beschweren. Anschließend wird das Haar gründlich durchgekämmt, um Knoten zu entfernen. Eine saubere Ausgangslage ist entscheidend, damit die Haarsträhnen gleichmäßig aufgewickelt werden können und keine unschönen Knicke entstehen.
Die richtige Reihenfolge beim Eindrehen: Systematisch zum perfekten Volumen
Ein systematisches Vorgehen erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern sorgt auch für ein symmetrisches und professionelles Ergebnis. Es empfiehlt sich, das Haar in klare Sektionen zu unterteilen. Ein klassischer Stielkamm ist hierbei das perfekte Hilfsmittel, um saubere Scheitel zu ziehen.
Die bewährte Reihenfolge beim Eindrehen gestaltet sich wie folgt:
- Der Oberkopf (die Krone): Beginnen Sie immer an der Stirnpartie und arbeiten Sie sich entlang des Oberkopfes bis zum Hinterkopf vor. Verwenden Sie hier die größten Wickler aus Ihrem Set. Die Strähnen sollten in der Breite genau der Breite des Wicklers entsprechen. Ziehen Sie die Strähne im 90-Grad-Winkel vom Kopf weg und drehen Sie den Wickler gleichmäßig von den Spitzen bis zum Ansatz ein.
- Die Seitenpartien: Widmen Sie sich als Nächstes den Seiten. Hier können Sie zu mittleren Wicklern greifen. Setzen Sie die Wickler horizontal oder leicht schräg an, je nachdem, in welche Richtung die Wellen später fallen sollen. Ein schräges Eindrehen sorgt für einen besonders weichen, modernen Übergang.
- Der Hinterkopf und der Nacken: Zum Schluss wird die verbleibende Haarpartie am Hinterkopf bearbeitet. Da das Haar im Nackenbereich oft kürzer ist oder weniger Volumen benötigt, sind hier kleinere Durchmesser ideal. Arbeiten Sie sich von oben nach unten vor, bis alle Haare sicher fixiert sind.
Tipps für ein natürliches Finish und maximalen Tragekomfort
Sobald alle Wickler platziert sind, benötigt das Haar Zeit, um vollständig zu trocknen und abzukühlen. Werden beheizbare Wickler oder Thermowickler verwendet, sollten diese vollständig im Haar auskühlen, bevor sie entfernt werden. Bei klassischen Klett- oder Schaumstoffwicklern kann der Prozess durch sanftes Föhnen auf niedriger Stufe beschleunigt werden.
Beim entfernen der Wickler ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ziehen Sie die Wickler niemals ruckartig heraus, da dies die Haarstruktur schädigen und die Locken zerstören kann. Drehen Sie jeden Wickler vorsichtig in Gegenrichtung ab. Nach dem Entfernen sollten die Locken nicht sofort gekämmt werden. Lassen Sie das Haar noch einige Minuten ruhen, damit sich die Wasserstoffbrückenbindungen im Haar stabilisieren können. Anschließend können die Wellen mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm sanft aufgelockert und in die gewünschte Form gebracht werden.