Handdesinfektionsmittel sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Ob in der Handtasche, im Auto oder am Schreibtisch – sie bieten eine schnelle und praktische Möglichkeit, die Hände zu reinigen, wenn Wasser und Seife nicht verfügbar sind. Doch die häufige Anwendung von Produkten auf Alkoholbasis kann ihren Tribut fordern: Die Haut wird trocken, spannt und fühlt sich rau an. Das muss jedoch nicht sein. Mit der richtigen Produktauswahl und einer abgestimmten Pflegeroutine können Sie hygienische Sauberkeit und geschmeidige, gepflegte Hände miteinander in Einklang bringen.
Das richtige Desinfektionsmittel auswählen: Gel oder Spray?
Die erste Entscheidung beim Kauf eines Handdesinfektionsmittels ist oft die zwischen einem Gel und einem Spray. Beide Formen haben ihre Vorzüge, und die Wahl hängt letztlich von persönlichen Vorlieben ab.
Desinfektionsgele sind oft die beliebtere Wahl. Ihre dickflüssigere Konsistenz lässt sich gut dosieren und gezielt auf den Handflächen verteilen, ohne sofort zu tropfen. Dies gibt Ihnen mehr Kontrolle bei der Anwendung und das Gefühl, das Produkt gründlich einmassieren zu können. Viele Gele enthalten zudem von Anfang an pflegende Zusatzstoffe, die dem austrocknenden Effekt des Alkohols entgegenwirken sollen.
Desinfektionssprays hingegen haben eine sehr flüssige Konsistenz. Ihr Vorteil liegt in der schnellen und großflächigen Verteilung. Ein paar Sprühstöße genügen, um beide Hände zu benetzen. Sprays ziehen oft sehr schnell ein und hinterlassen kein klebriges Gefühl, was viele Nutzer schätzen. Sie eignen sich auch gut, um Oberflächen wie Einkaufswagen-Griffe schnell zu desinfizieren, aber für die Hände ist eine sorgfältige Verteilung ebenso wichtig wie beim Gel.
Unabhängig von der Form sollten Sie einen Blick auf die Inhaltsstoffliste werfen. Achten Sie auf pflegende Zusätze, die der Haut Feuchtigkeit zurückgeben. Inhaltsstoffe wie Glycerin, Aloe Vera oder Panthenol (Provitamin B5) sind ausgezeichnete Feuchtigkeitsspender, die helfen, die Hautbarriere zu schützen und die austrocknende Wirkung des Alkohols zu mildern. Ein Produkt, das solche Komponenten enthält, ist eine Wohltat für beanspruchte Hände.
Die richtige Anwendung: Mehr als nur schnelles Verreiben
Für eine effektive Reinigung reicht es nicht aus, eine kleine Menge Desinfektionsmittel kurz zwischen den Handflächen zu verreiben. Eine gründliche Anwendung stellt sicher, dass alle Bereiche der Hände erreicht werden. Nehmen Sie sich dafür etwa 30 Sekunden Zeit.
- Genügend Produkt verwenden: Geben Sie eine ausreichende Menge des Gels (etwa haselnussgroß) oder mehrere Sprühstöße des Sprays in die trockene Hohlhand.
- Handflächen aneinander reiben: Verreiben Sie das Mittel gründlich auf beiden Handflächen.
- Handrücken nicht vergessen: Legen Sie die rechte Handfläche über den linken Handrücken und reiben Sie mit verschränkten Fingern. Wiederholen Sie den Vorgang mit der anderen Hand.
- Fingerzwischenräume reinigen: Reiben Sie die Handflächen mit verschränkten, gespreizten Fingern aneinander.
- Fingerspitzen und Nägel: Reiben Sie die geschlossenen Fingerspitzen der rechten Hand in der linken Handfläche und umgekehrt. So wird auch das Nagelbett benetzt.
- Daumen einbeziehen: Umfassen Sie den linken Daumen mit der rechten Hand und reiben Sie ihn kreisförmig. Wiederholen Sie dies für den rechten Daumen.
- Vollständig trocknen lassen: Reiben Sie die Hände, bis das Desinfektionsmittel vollständig eingezogen und die Haut trocken ist. Pusten oder Wedeln Sie nicht, um den Vorgang zu beschleunigen.
Pflege nach der Desinfektion: So beugen Sie trockener Haut vor
Der in Desinfektionsmitteln enthaltene Alkohol entzieht der Haut nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Lipide (Fette), die für eine intakte Hautbarriere unerlässlich sind. Die Folge sind Trockenheit, Rötungen und im schlimmsten Fall rissige Stellen. Eine konsequente Pflegeroutine ist daher der Schlüssel zu gesunden Händen.
Tragen Sie nach jeder Desinfektion – sobald die Hände vollständig trocken sind – eine feuchtigkeitsspendende Handcreme auf. Wählen Sie eine Creme, die reich an pflegenden Inhaltsstoffen ist. Gut geeignet sind Formulierungen mit:
- Feuchthaltemitteln wie Glycerin oder Hyaluronsäure, die Wasser in der Haut binden.
- Emollients wie Sheabutter, Kakaobutter oder Ceramiden, die die Haut glätten und die Hautbarriere stärken.
- Okklusiva wie pflanzliche Öle (z.B. Jojoba- oder Mandelöl), die eine schützende Schicht auf der Haut bilden und den Feuchtigkeitsverlust reduzieren.
Extra-Tipp für die Nacht: Gönnen Sie Ihren Händen über Nacht eine intensive Kur. Tragen Sie vor dem Schlafengehen eine dicke Schicht einer reichhaltigen Handcreme oder einer speziellen Handmaske auf. Um die Wirkung zu intensivieren und die Bettwäsche zu schützen, können Sie dünne Baumwollhandschuhe darüber ziehen. Am nächsten Morgen werden sich Ihre Hände spürbar weicher und regenerierter anfühlen.
Häufige Fehler bei der Händedesinfektion und -pflege
Manchmal sind es kleine Nachlässigkeiten, die den Unterschied zwischen gepflegten und strapazierten Händen ausmachen. Achten Sie darauf, die folgenden Fehler zu vermeiden:
- Zu wenig Produkt verwenden: Eine zu geringe Menge reicht nicht aus, um alle Hautpartien vollständig zu benetzen.
- Zu kurze Einwirkzeit: Das Mittel muss lange genug verrieben werden (ca. 30 Sekunden), um wirken zu können.
- Anwendung auf nassen Händen: Das Desinfektionsmittel wird durch Wasser verdünnt, was seine Konzentration und Wirksamkeit herabsetzt.
- Pflege vernachlässigen: Die beste Desinfektion nützt wenig, wenn die Haut danach nicht mit Feuchtigkeit versorgt wird und rissig wird.
- Einsatz bei sichtbarem Schmutz: Desinfektionsmittel können Schmutz, Staub oder Fette nicht entfernen. In solchen Fällen ist das Händewaschen mit Wasser und Seife unerlässlich und immer die erste Wahl.
- Wichtige Partien vergessen: Oft werden Daumen, Fingerspitzen, Nagelbetten und die Bereiche zwischen den Fingern bei der Anwendung ausgelassen.