Eine ordentliche Arbeitsfläche im sanften Tageslicht, auf der transparente Oberformen, eine Tube Polygel und ein feiner Pinsel präzise angeordnet sind, spiegelt die moderne Ästhetik der modernen Fingernagelkunst wider. Die Modellage mit sogenannten Dual-Formen, auch als Oberformen bekannt, hat die Welt des Nageldesigns revolutioniert. Im Gegensatz zu klassischen Schablonen, die unter den Nagel geschoben werden, wird das Modellagematerial bei dieser Methode direkt in die Form gefüllt und anschließend auf den Naturnagel gepresst. Dies ermöglicht eine gleichmäßige, glatte Oberfläche und spart erheblich Zeit beim anschließenden Feilen.
Was sind Oberformen und für wen sind sie geeignet?
Oberformen sind flexible, meist transparente Kunststoff-Tips, die in verschiedenen Größen und Biegungen geliefert werden. Sie dienen als Gussform für das Nagelprodukt. Diese Methode eignet sich hervorragend für alle, die eine schnelle und symmetrische Nagelverlängerung anstreben. Da die Oberseite nach dem Aushärten bereits perfekt glänzend und glatt ist, entfällt das mühsame In-Form-Feilen der Nageloberfläche fast vollständig. Lediglich die Ränder und die Länge müssen minimal nachbearbeitet werden.
Die Technik ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Nageldesigner attraktiv. Sie erfordert jedoch etwas Fingerspitzengefühl bei der Dosierung des Materials und beim sanften Andrücken auf die Nagelplatte, um Luftblasen oder ein Überlaufen des Gels zu verhindern.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Modellage mit Gel und Polygel
Für ein optimales Ergebnis ist die sorgfältige Vorbereitung des Naturnagels unerlässlich. Nur so kann eine langfristige Haftung ohne vorzeitiges Ablösen gewährleistet werden.
Vorbereitung des Naturnagels
Zuerst wird die Nagelhaut sanft zurückgeschoben und unsichtbare Reste von der Nagelplatte entfernt. Danach wird der Nagel mit einer feinen Feile oder einem Buffer sanft mattiert. Nach dem Entstauben sorgt ein Dehydrator und gegebenenfalls ein säurefreier Primer für die optimale Entfettung. Als Basis wird eine dünne Schicht Base-Coat aufgetragen und unter einer LED- oder UV-Lampe ausgehärtet.
Auswahl und Befüllung der Formen
Es ist entscheidend, für jeden Finger die exakt passende Form auszuwählen. Die Form muss den Naturnagel von einer Seitenlinie zur anderen vollständig abdecken, darf aber nicht zu groß sein, um die Nagelhaut nicht zu berühren. Ist die passende Größe gefunden, wird das Material eingearbeitet:
- Arbeiten mit Polygel: Eine kleine Menge des zähflüssigen Polygels wird mit einem Spatel in die Innenseite der Form gegeben. Mit einem in Reinigungsalkohol oder Modellierflüssigkeit angefeuchteten Pinsel wird das Produkt gleichmäßig verteilt. Zum freien Rand hin darf die Schicht etwas dicker sein, während sie zur Nagelhaut hin extrem dünn auslaufen muss.
- Arbeiten mit dickflüssigem Gel: Auch herkömmliches, standfestes Gel kann verwendet werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Gel nicht verläuft, bevor die Form auf den Nagel gesetzt wird.
Aufsetzen und Aushärten
Die vorbereitete Form wird in einem Winkel von etwa 45 Grad knapp vor der Nagelhaut angesetzt und sanft nach vorne auf den Nagel abgesenkt. Ein zu starker Druck sollte vermieden werden, damit das Material nicht an den Seiten herausquillt. Bevor der Nagel unter die Lampe wandert, wird die Unterseite der Verlängerung mit dem Pinsel glattgestrichen. Anschließend erfolgt das Aushärten in der Lampe gemäß den Herstellerangaben des verwendeten Materials.
Das richtige Entfernen der Formen nach dem Härten
Nachdem das Gel oder Polygel vollständig ausgehärtet ist, müssen die Kunststoff-Formen wieder entfernt werden. Dies ist in der Regel ein unkomplizierter Schritt, da das ausgehärtete Material keine dauerhafte Verbindung mit dem flexiblen Tip eingeht. Um die Form zu lösen, drückt man sie an den Seiten vorsichtig leicht zusammen. Durch diese minimale Hebelwirkung löst sich der Tip mit einem leisen Knacken vom modellierten Nagel und kann einfach nach oben abgezogen werden.
Nach dem Entfernen der Form präsentiert sich ein glänzender, perfekt geformter Nagel. Nun müssen nur noch eventuelle Ränder an den Seiten und im Bereich der Nagelhaut vorsichtig mit einer feinen Feile oder einem Fräser geglättet werden. Zum Abschluss wird die Spitze in die gewünschte Form gefeilt.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Obwohl die Methode mit Dual-Formen als besonders anwenderfreundlich gilt, können anfänglich einige Fehler auftreten, die das optische Ergebnis oder die Haltbarkeit beeinträchtigen.
- Luftblasen unter der Form: Wenn die Form nicht gleichmäßig aufgesetzt wird, können Lufteinschlüsse entstehen. Diese schwächen die Statik des Nagels und können zu vorzeitigem Ablösen führen. Die Form sollte stets langsam und gleichmäßig von hinten nach vorne abgesenkt werden.
- Zu viel oder zu wenig Material: Bei zu viel Produkt quillt dieses an den Rändern heraus und härtet auf der Haut aus, was zu vorzeitigen Ablösungen führen kann. Bei zu wenig Produkt wird der Nagel instabil und bricht leicht. Eine gleichmäßige Verteilung in der Form ist hier der Schlüssel.
- Falsche Größe der Form: Ist die Form zu schmal, bleiben die Seiten des Naturnagels unbedeckt, was zu Sollbruchstellen führt. Ist sie zu breit, lagert sich Produkt auf der umliegenden Haut ab.
- Mangelhafte Vorbereitung: Wenn die Nagelplatte nicht gründlich entfettet und mattiert wurde, haftet auch das beste Polygel nicht dauerhaft.
Pflege und Nachbereitung für langanhaltend schöne Nägel
Nachdem die Modellage in Form gefeilt und gründlich entstaubt wurde, kann das Design nach Belieben mit Farbgelen, Nagellack oder Nailart verziert werden. Ein abschließender Top-Coat versiegelt das Kunstwerk und schützt vor Kratzern. Um die Nagelhaut nach der Behandlung zu regenerieren, empfiehlt sich die tägliche Anwendung eines pflegenden Nagelöls. Dies hält die Haut geschmeidig und sorgt für ein gepflegtes Gesamtbild der Hände.