Frisuren mit Kunsthaarbraids erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Sie sind nicht nur ein modisches Statement, sondern bieten auch eine praktische Möglichkeit, das eigene Haar über einen längeren Zeitraum hinweg schonend zu stylen. Die filigranen Flechtwerke, oft als Box Braids oder Twists bekannt, verleihen jedem Look eine moderne Ästhetik. Damit die synthetischen Fasern jedoch langfristig frisch aussehen und das eigene Haar darunter keinen Schaden nimmt, ist eine sorgfältige und bewusste Pflege unerlässlich. Mit der richtigen Routine lässt sich die Struktur der Zöpfe bewahren, während die Kopfhaut gesund und entspannt bleibt.
Die richtige Vorbereitung von Kopfhaut und Haar
Bevor die synthetischen Zöpfe eingeflochten werden, sollte das Naturhaar optimal vorbereitet sein. Da das Haar über mehrere Wochen in den Braids verbleibt, ist eine intensive Reinigung und Pflege im Vorfeld der wichtigste Schritt. Eine gründliche Haarwäsche mit einem milden, tiefenreinigenden Shampoo entfernt alle Rückstände von Stylingprodukten. Anschließend sorgt eine reichhaltige Pflegespülung oder eine Haarmaske für die nötige Feuchtigkeit.
Trocknen und Stärken
Es ist besonders wichtig, dass das Haar vor dem Einflechten vollständig trocken ist. Feuchtigkeit, die im geflochtenen Zustand im Haar verbleibt, kann zu unangenehmen Gerüchen führen. Ein leichtes Haaröl, das in die Spitzen eingearbeitet wird, schützt das Haar zusätzlich vor Reibung durch die synthetischen Fasern. Durch diese sorgsame Vorbereitung wird eine stabile und gesunde Basis für die spätere Frisur geschaffen.
Schonende Reinigung von Kunsthaarbraids
Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass geflochtenes Kunsthaar nicht gewaschen werden muss. Das Gegenteil ist der Fall: Kopfhaut und Zöpfe benötigen regelmäßige Pflege, um Staub, Schweiß und Talg zu entfernen. Der Waschprozess unterscheidet sich jedoch grundlegend von der normalen Haarwäsche. Um die Struktur der Braids nicht zu beschädigen, sollte mechanische Reibung weitgehend vermieden werden.
Die sanfte Waschmethode
- Verdünnen Sie ein mildes, silikonfreies Shampoo mit reichlich warmem Wasser in einer Applikatorflasche.
- Tragen Sie die Mischung gezielt auf die Kopfhaut und die Zwischenräume der Zöpfe auf.
- Massieren Sie die Kopfhaut vorsichtig mit den Fingerspitzen, ohne an den Zöpfen zu reißen.
- Lassen Sie den Schaum sanft durch die Längen der synthetischen Zöpfe fließen, um Staub zu entfernen.
- Spülen Sie alles gründlich mit lauwarmem Wasser aus, bis keine Shampoo-Rückstände mehr vorhanden sind.
Nach dem Waschen sollten die Braids keinesfalls trocken gerubbelt werden. Es empfiehlt sich, die Zöpfe sanft in ein großes, saugfähiges Handtuch einzuwickeln und das überschüssige Wasser vorsichtig auszudrücken. Das Lufttrocknen ist die schonendste Methode für synthetische Fasern, da extreme Hitze durch Föhnen die Struktur des Kunsthaars dauerhaft schädigen kann.
Feuchtigkeitspflege für die Kopfhaut
Da die Kopfhaut durch das Gewicht der Zöpfe und die freigelegten Scheitelpartien vermehrt der Luft ausgesetzt ist, neigt sie schnell zu Trockenheit und Spannungsgefühlen. Eine gezielte Feuchtigkeitszufuhr ist daher essenziell. Verwenden Sie leichte, feuchtigkeitsspendende Sprays auf Wasserbasis, die speziell für geflochtenes Haar geeignet sind. Diese lassen sich leicht verteilen und hinterlassen keine schweren Rückstände.
Natürliche Öle richtig anwenden
Um die Feuchtigkeit in der Haut einzuschließen, können dünnflüssige, pflanzliche Öle wie Jojobaöl oder Mandelöl in minimalen Mengen auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Achten Sie darauf, die Öle nur sparsam zu verwenden, da eine Überpflegung die Poren verstopfen und zu Juckreiz führen kann. Eine sanfte Massage mit den Fingerspitzen fördert zudem die Durchblutung und entspannt die Kopfhaut spürbar.
Sicheres Styling und Schutz im Alltag
Obwohl Kunsthaarbraids sehr vielseitig sind, erfordern sie einen achtsamen Umgang beim Styling. Zu straffe Pferdeschwänze, Dutt-Frisuren oder aufwendige Hochsteckfrisuren können einen starken Zug auf die Haarwurzeln ausüben. Dies führt im schlimmsten Fall zu Haarbruch, insbesondere im empfindlichen Bereich der Schläfen und des Nackens. Lockere Stylingvarianten sind daher immer vorzuziehen.
Der Schutz während des Schlafs
Während des Schlafs entsteht durch die Bewegung des Kopfes auf dem Kopfkissen Reibung. Diese Reibung führt dazu, dass die synthetischen Zöpfe schneller zerzausen und das eigene Haar an den Ansätzen aufraut. Um dies zu verhindern, sollten die Braids vor dem Schlafengehen locker zusammengebunden und mit einem Haarschutz geschützt werden. Ein elastisches Tuch oder eine Schlahmütze aus Satin oder Seide reduziert die Reibung auf ein Minimum und sorgt dafür, dass die Frisur auch nach Wochen noch gepflegt und ordentlich aussieht.
Wann ist es Zeit, die Braids zu entfernen?
Auch bei optimaler Pflege haben Kunsthaarbraids eine begrenzte Tragezeit. In der Regel sollten sie nach sechs bis maximal acht Wochen entfernt werden. Wird dieser Zeitraum überschritten, drohen Verfilzungen am Haaransatz, da das natürlich ausfallende Haar im Zopf gefangen bleibt und sich mit der Zeit verknotet. Das vorsichtige Lösen der Zöpfe, gefolgt von einer tiefenwirksamen Pflegebehandlung, stellt sicher, dass das eigene Haar gesund bleibt und sich schnell regenerieren kann.