Natürlich gelocktes Haar fasziniert durch seine Lebendigkeit, seine Struktur und sein einzigartiges Volumen. Wenn weiche, braune Locken sanft über die Schultern fallen und im natürlichen Licht schimmern, wird die besondere Schönheit dieser Haarstruktur sofort sichtbar. Doch wer lockiges Haar besitzt, weiß auch, dass der Weg zu perfekt definierten, springenden Locken ohne Frizz einiges an Pflege und den richtigen Techniken bedarf. Locken neigen aufgrund ihrer welligen Struktur von Natur aus zu Trockenheit, da die natürlichen Öle der Kopfhaut nicht so leicht bis in die Spitzen gelangen können. Mit einer abgestimmten Pflegeroutine, den passenden Handgriffen und sanften Stylingmethoden lässt sich die natürliche Sprungkraft der Locken jedoch wunderbar hervorheben und langanhaltend bewahren.
Die richtige Vorbereitung: Sanfte Reinigung und intensive Feuchtigkeit
Die Grundlage für jede schöne Lockenfrisur wird bereits unter der Dusche gelegt. Da lockiges Haar besonders anfällig für Feuchtigkeitsverlust ist, sollte bei der Reinigung auf aggressive Inhaltsstoffe verzichtet werden. Milde, feuchtigkeitsspendende Reinigungsprodukte, die das Haar nicht austrocknen, sind hierbei die beste Wahl. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, die natürliche Schuppenschicht des Haares zu schonen.
Nach der Haarwäsche ist ein reichhaltiger Conditioner unerlässlich. Er entwirrt das Haar und schleust wertvolle Feuchtigkeit ein. Ein bewährter Tipp ist es, die Haare bereits im nassen Zustand, während der Conditioner einwirkt, vorsichtig mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm zu entwirren. Dies schont die Haarstruktur und verhindert mechanischen Haarbruch, der im trockenen Zustand viel schneller entstehen kann. Nach dem Ausspülen sollte das Haar idealerweise klatschnass sein, um die nachfolgenden Stylingprodukte optimal aufzunehmen.
Definitionstechniken für elastische Locken
Um den Locken eine klare Struktur zu geben und Frizz zu minimieren, spielen die Stylingtechnik und die Art der Einarbeitung eine entscheidende Rolle. Das Geheimnis liegt darin, die Feuchtigkeit im Haar einzuschließen und die natürliche Bündelung der Locken zu unterstützen. Hierbei haben sich verschiedene Methoden bewährt, die sich einfach zu Hause anwenden lassen:
- Squish to Condish: Bei dieser Methode wird nach dem Waschen reichlich Wasser und Conditioner oder ein Leave-in-Produkt im klatschnassen Haar durch sanftes Kneten von unten nach oben eingearbeitet. Das hörbare Geräusch signalisiert, dass das Haar optimal mit Wasser und Pflege gesättigt ist.
- Finger Coiling: Für besonders definierte Ergebnisse können einzelne Haarsträhnen mit etwas Stylingcreme um den Finger gewickelt und so in Form gebracht werden. Dies erfordert zwar etwas Geduld, führt aber zu einer exzellenten Definition und gleichmäßigen Lockenstruktur.
- Plopping: Nach dem Einarbeiten der Stylingprodukte werden die nassen Locken vorsichtig in ein Mikrofaserhandtuch oder ein weiches Baumwoll-Shirt gelegt und auf dem Kopf fixiert. Diese Methode entzieht dem Haar überschüssiges Wasser, ohne die Lockenstruktur aufzurauen oder Frizz zu erzeugen.
Halt und Schutz ohne Verkleben: Stylingprodukte richtig anwenden
Damit die definierte Pracht den ganzen Tag übersteht, ist ein flexibles Stylingprodukt mit gutem Halt unverzichtbar. Ein leichtes Lockengel oder ein festigender Schaum eignen sich hervorragend, um die Struktur zu fixieren. Wichtig ist es, diese Produkte im klatschnassen oder sehr feuchten Haar gleichmäßig zu verteilen. Das Kneten von unten nach oben hilft dabei, die natürliche Locke zu aktivieren.
Während des Trocknungsprozesses bildet sich oft eine feste Schicht um die Locken, der sogenannte Gel Cast oder die Gelkruste. Diese ist völlig normal und schützt das Haar vor Frizz während des Trocknens. Sobald die Haare zu einhundert Prozent trocken sind, kann diese feste Schicht ganz einfach mit den Händen ausgeknetet werden. Ein paar Tropfen eines leichten Haaröls auf den Handflächen machen die Locken dabei wunderbar weich, glänzend und geschmeidig, ohne den Halt zu verlieren.
Trocknen und Auffrischen: So bleibt der Schwung erhalten
Beim Trocknen der Locken ist Geduld gefragt. Am schonendsten ist das Lufttrocknen, da es die Haarstruktur keinerlei Hitze aussetzt. Wer jedoch mehr Volumen wünscht oder weniger Zeit hat, greift zum Föhn mit einem Diffusor-Aufsatz. Dabei sollte auf niedriger Temperatur- und Gebläsestufe gearbeitet werden. Der Diffusor simuliert das Lufttrocknen, indem er den Luftstrom gleichmäßig verteilt und die Locken sanft von unten anhebt.
Damit die Locken auch an den Tagen nach der Wäsche frisch und lebendig aussehen, müssen sie nicht jedes Mal komplett neu gewaschen werden. Ein einfaches Auffrischen reicht meist völlig aus. Dazu sprüht man die Haare leicht mit Wasser an, gibt eine winzige Menge Leave-in-Conditioner oder Gel hinzu und knetet die Locken wieder in Form. Um die Struktur auch über Nacht zu schützen, empfiehlt sich ein Kissenbezug aus Seide oder Satin sowie das Zusammenbinden der Haare zu einer lockeren Palme auf dem Oberkopf.