Eine gepflegte Gesichtspartie trägt maßgeblich zum persönlichen Wohlbefinden bei. Besonders feine Härchen im Bereich der Oberlippe, die im sanften Tageslicht schnell sichtbar werden, stören jedoch viele Menschen bei ihrer täglichen Schönheitsroutine. Die Haarentfernung mit speziellen Kaltwachsstreifen für das Gesicht hat sich als eine der effizientesten Methoden für zu Hause etabliert. Sie entfernt die Haare samt der Wurzel und sorgt für wochenlang glatte Haut. Damit das Ergebnis jedoch makellos wird und die zarte Gesichtshaut nicht unnötig strapaziert wird, kommt es auf die präzise Technik, die richtige Vorbereitung und ein behutsames Vorgehen an. Erfahren Sie hier, wie Ihnen die Anwendung Schritt für Schritt gelingt.
Die gründliche Vorbereitung der Gesichtshaut
Bevor Sie die Kaltwachsstreifen anwenden, ist eine sorgfältige Vorbereitung der Haut unerlässlich. Da die Gesichtshaut im Bereich der Oberlippe besonders dünn und empfindlich ist, reagiert sie schnell auf äußere Reize. Eine saubere, fettfreie Basis sorgt dafür, dass das Wachs optimal an den Härchen haften kann und nicht von der Haut abrutscht.
Reinigung und Trocknung
Reinigen Sie Ihr Gesicht gründlich mit einem milden, parfümfreien Reinigungsgel, um Make-up-Reste, Schmutz und überschüssigen Talg restlos zu entfernen. Tupfen Sie die Haut anschließend mit einem sauberen, weichen Handtuch sanft trocken. Die Hautpartie muss absolut trocken sein, da das Wachs bei Feuchtigkeit seine Haftkraft verliert.
Puder als schützende Barriere
Ein bewährter Tipp aus der Kosmetikpraxis ist die Verwendung von etwas Babypuder. Tragen Sie eine hauchdünne Schicht Puder auf die zu behandelnde Stelle über der Oberlippe auf. Das Puder nimmt restliche Feuchtigkeit auf und sorgt dafür, dass das Wachs nur an den Härchen und nicht zu stark an der empfindlichen Oberhaut haftet. Dies mindert den Schmerz beim Abziehen und beugt unschönen Rötungen oder Hautabschürfungen effektiv vor.
Kaltwachsstreifen richtig vorbereiten und präzise aufkleben
Die Handhabung von Kaltwachsstreifen erfordert ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl. Moderne Streifen sind für den Hausgebrauch ideal vorportioniert, müssen jedoch vor der eigentlichen Anwendung auf die richtige Betriebstemperatur gebracht werden.
- Anwärmen: Reiben Sie den Doppelstreifen für etwa 10 bis 15 Sekunden kräftig zwischen Ihren Handflächen. Durch die Körperwärme wird das Wachs geschmeidig und verbindet sich später besser mit den Härchen.
- Trennen: Ziehen Sie die beiden Streifenhälften langsam und gleichmäßig auseinander. Verwenden Sie den benötigten Streifen sofort, während das Wachs noch warm und flexibel ist.
- Präzises Platzieren: Da die Haare über der Oberlippe meist von der Mitte nach außen wachsen, sollten Sie den Streifen immer in Wachstumsrichtung der Haare auflegen. Teilen Sie die Anwendung idealerweise in zwei Schritte auf: eine Seite der Oberlippe nach der anderen. Legen Sie den Streifen nahe unter der Nase an und streichen Sie ihn fest.
- Glattstreichen: Streichen Sie den Streifen mehrmals mit dem Finger fest in Haarwuchsrichtung an, damit jedes einzelne Härchen fest vom Wachs umschlossen wird.
Die Technik des Abziehens: Schnell und parallel zur Haut
Der entscheidende Moment bei der Haarentfernung ist das Abziehen des Wachsstreifens. Hierbei passieren die meisten Fehler, die zu kleinen Blutergüssen, Hautirritationen oder unvollständig entfernten Härchen führen können. Mit der richtigen Technik lässt sich das jedoch leicht vermeiden.
Die Haut auf Spannung bringen
Halten Sie die Haut mit einer Hand unbedingt straff. Ziehen Sie die Haut im Bereich des Mundwinkels mit den Fingern der einen Hand zur Seite. Je straffer die Haut gedehnt ist, desto weniger schmerzhaft ist das Abziehen und desto gründlicher wird das Ergebnis, da die Haut nicht mitgezogen wird.
Ruckartig gegen die Wuchsrichtung abziehen
Fassen Sie das freie Ende des Streifens am äußeren Rand an. Ziehen Sie den Streifen nun in einer schnellen, ruckartigen Bewegung entgegen der Haarwuchsrichtung, also von außen nach innen zur Lippenmitte, ab. Zaudern Sie nicht: Je schneller die Bewegung ausgeführt wird, desto effektiver und schmerzfreier ist der Vorgang.
Ein wichtiger Aspekt hierbei ist der Winkel: Ziehen Sie den Streifen niemals nach oben oder im rechten Winkel vom Gesicht weg ab. Dies erhöht das Risiko von blauen Flecken enorm. Der Streifen muss so flach und parallel wie möglich entlang der Hautoberfläche abgezogen werden.
Die optimale Pflege nach der Haarentfernung
Direkt nach dem Abziehen kann die behandelte Hautpartie leicht gerötet sein und leicht brennen. Dies ist eine völlig normale Reaktion, die sich mit der richtigen Nachpflege jedoch schnell lindern lässt.
Wachsrückstände sanft lösen
Da Kaltwachs fettlöslich ist, lässt es sich nicht einfach mit reinem Wasser abwaschen. Verwenden Sie stattdessen die dem Produkt beiliegenden Pflegetücher oder ein weiches Wattepad, das Sie mit einem sanften Pflanzenöl wie Mandelöl oder Olivenöl tränken. Damit lassen sich klebrige Reste mühelos und ohne Reiben von der Oberlippe entfernen.
Kühlung und Beruhigung
Nach der Reinigung sollten Sie der Haut Ruhe gönnen. Ein feuchtigkeitsspendendes Gel, beispielsweise mit Aloe Vera, kühlt die Haut spürbar und spendet intensive Feuchtigkeit. Vermeiden Sie in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung parfümierte Cremes, Peelings, alkoholhaltige Gesichtswasser sowie direkte Sonneneinstrahlung und Saunabesuche, um die offenen Poren nicht zu verstopfen oder die Haut zusätzlich zu reizen.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Für ein professionelles und glattes Ergebnis zu Hause sollten Sie einige typische Stolpersteine kennen und umgehen:
- Mehrfache Anwendung auf derselben Stelle: Gehen Sie niemals mehrmals hintereinander mit Wachs über dieselbe Hautstelle. Wenn einige Härchen stehen geblieben sind, entfernen Sie diese am besten am nächsten Tag vorsichtig mit einer Pinzette, um die Hautbarriere nicht zu verletzen.
- Falsche Streifengröße: Verwenden Sie nur spezielle, schmale Streifen für das Gesicht. Große Körperwachsstreifen sind zu ungenau und reizen unnötig viel Hautfläche im empfindlichen Gesicht.
- Zu langes Zögern: Wer den Streifen zu langsam abzieht, riskiert, dass die Haare nicht richtig entfernt werden und stattdessen Schmerzen und Rötungen entstehen. Schnelligkeit ist bei dieser Methode der Schlüssel zum Erfolg.