Eine makellose Maniküre beginnt bereits lange vor dem eigentlichen Farbauftrag und endet erst mit dem letzten feinen Schliff. Für professionell aussehende Nägel, die über Wochen hinweg makellos glänzen und optimal haften, ist eine gründliche Vorbereitung und Nachbereitung unerlässlich. Hierbei spielt der sogenannte Nagel-Cleaner eine zentrale Rolle. Er ist das unscheinbare, aber unverzichtbare Hilfsmittel, das für Sauberkeit, Fettfreiheit und den perfekten Glanz sorgt. Wer sanft mit einer fusselfreien Zellette über die Nagelplatte streicht, schafft die ideale Basis für jede langanhaltende Nagelmodellage.
Was genau ist ein Nagel-Cleaner?
Der Nagel-Cleaner ist eine spezielle Flüssigkeit, die in der modernen Nagelpflege vielseitig eingesetzt wird. Hauptsächlich besteht er aus Isopropylalkohol, der in einer optimalen Konzentration gemischt ist, um sowohl reinigend als auch entfettend zu wirken, ohne den Naturnagel oder die umliegende Haut übermäßig auszutrocknen. Im Gegensatz zu herkommlichem Nagellackentferner enthält ein klassischer Cleaner weder Aceton noch pflegende Öle, die einen störenden Film auf dem Nagel hinterlassen würden. Seine Aufgabe ist es vielmehr, eine absolut reine und rückstandsfreie Oberfläche zu hinterlassen, auf der Base Coats, Gele oder Hybridlacke perfekt haften können.
Die erste Hauptaufgabe: Das gründliche Entfetten
Bevor die erste Schicht Unterlack oder Gel aufgetragen wird, muss die Nagelplatte gründlich vorbereitet werden. Auf unseren Naturnägeln befindet sich ein natürlicher Fettfilm sowie feine Staubpartikel vom Feilen. Würde man den Lack direkt darauf auftragen, könnte dieser keine stabile Verbindung mit dem Keratin des Nagels eingehen. Die Folge wären vorzeitiges Absplittern oder unschöne Luftblasen unter dem Lack.
- Entfernung von Staub: Nach dem sanften Mattieren des Nagels mit einem Buffer beseitigt der Cleaner alle feinen Feilstaubrückstände.
- Entfettung der Oberfläche: Der Alkohol im Cleaner löst überschüssige Fette und Feuchtigkeit im Handumdrehen auf.
- Optimale Haftung: Erst durch die komplett fettfreie Oberfläche können die Haftvermittler und Gele optimal mit dem Naturnagel verschmelzen.
Für diesen Schritt tränkt man eine fusselfreie Zellette mit etwas Cleaner und wischt den Nagel gründlich ab, wobei auch die Nagelränder und die Nagelfalz nicht vergessen werden sollten. Wichtig ist, danach den Nagel nicht mehr mit den Fingern zu berùhren, um kein neues Hautfett zu übertragen.
Die zweite Hauptaufgabe: Entfernen der Schwitzschicht
Nachdem die verschiedenen Gel- oder Hybridlackschichten unter der UV- oder LED-Lampe ausgehärtet sind, entsteht an der Oberfläche eine leicht klebrige Schicht – die sogenannte Schwitzschicht oder Dispersionsschicht. Diese Schicht ist ein völlig normaler chemischer Nebeneffekt des Aushärtungsprozesses, da der Kunststoff an der Luft nicht vollständig polymerisiert.
Während diese klebrige Schicht zwischen den einzelnen Lackschichten sogar erwünscht ist, da sie als Haftbrücke für die nächste Schicht dient, muss sie nach dem Auftragen des Versiegelungslacks (Top Coat) komplett entfernt werden. Hier kommt wieder der Nagel-Cleaner zum Einsatz. Ein sanfter Wisch mit einer getränkten Zellette über den fertig ausgehärteten Nagel nimmt die klebrigen Rückstände möhelos auf und bringt den darunter liegenden, intensiven Glanz des Lacks zum Vorschein.
Tipps für die richtige Anwendung zu Hause
Um das beste Ergebnis zu erzielen und ein Mattieren des frisch aufgetragenen Top Coats zu vermeiden, sollten einige einfache, aber effektive Regeln beachtet werden. Zunächst ist die Wahl der richtigen Unterlage entscheidend: Herkömmliche Wattepads sind für den Einsatz mit Cleaner ungeeignet, da sie feine Härchen hinterlassen, die sich im nassen Lack festsetzen können. Spezielle, fusselfreie Zelletten sind hier die deutlich bessere Wahl.
Zudem sollte man nach dem Aushärten des Top Coats stets einen kurzen Moment warten, bevor man mit dem Cleaner arbeitet. Lässt man den Nagel etwa 30 Sekunden abkôhlen, kann sich die Oberfläche setzen, was nach dem Abwischen zu einem noch intensiveren Spiegelglanz fùhrt. Ein zu schnelles oder zu festes Reiben auf dem noch heißen Nagel kann den Glanz hingegen trüben.