Gepflegte Hände und eine makellose Maniküre sind eine wunderschöne Visitenkarte im Alltag. Ein entscheidender Schritt für ein professionelles Ergebnis ist die exakte Bearbeitung der Nagelhaut. Während früher meist manuelle Werkzeuge zum Einsatz kamen, erfreut sich der elektrische Nagelfräser auch bei der Heimanwendung immer größerer Beliebtheit. Die präzise Arbeit mit feinen Schleifaufsätzen, die ordentlich auf einer sauberen Arbeitsfläche bereitgelegt werden, sorgt für eine saubere Nagelplatte und lässt die Nägel optisch länger wirken. Doch der Umgang mit dem elektrischen Gerät erfordert Feingefühl, das richtige Fachwissen und die passende Auswahl der Werkzeuge, um die empfindliche Haut rund um den Nagel nicht zu verletzen.
Die richtige Wahl der Fräser-Aufsätze (Bits)
Für eine schonende und effektive Bearbeitung der Nagelhaut ist die Wahl des passenden Aufsatzes, auch Bit genannt, von zentraler Bedeutung. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an Formen und Materialien, die jeweils für unterschiedliche Arbeitsschritte konzipiert sind. Für die Nagelhautpflege haben sich vor allem Diamantbits bewährt, da sie eine sehr feine Körnung aufweisen und die Haut sanft abschleifen.
- Der Flammenbit: Dieser spitz zulaufende Aufsatz ist der absolute Klassiker. Er eignet sich hervorragend, um die unsichtbare Nagelhaut auf der Nagelplatte sanft anzuheben und die engen Nischen in den Nagelfalzen gründlich zu reinigen.
- Der Kugelbit: Mit seiner runden Form ist dieser Aufsatz ideal dafür geeignet, die zuvor angehobene, abgestorbene Nagelhaut sanft abzutragen. Durch die runde Führung wird das Risiko von kleinen Schnitten minimiert.
- Der Walzen- oder Zylinderbit: Er wird flach aufgelegt und dient meist dazu, verhornte Stellen an den seitlichen Nagelrändern sanft zu glätten.
Neben der Form spielt auch der Härtegrad eine Rolle, welcher meist durch einen farbigen Ring am Schaft des Bits gekennzeichnet ist. Für die empfindliche Nagelhaut sollten Sie ausschließlich Bits mit einem roten (fein) oder gelben (sehr fein) Ring wählen, um Verletzungen der Nagelplatte zu vermeiden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für die sichere Nagelhautpflege
Die Arbeit mit dem Nagelfräser erfordert Geduld und eine ruhige Hand. Um die Nagelhaut sicher und ohne Schmerzen zu entfernen, sollten Sie einer strukturierten Vorgehensweise folgen. Bereiten Sie Ihre Hände zunächst gründlich vor, indem Sie sie waschen und vollständig abtrocknen, da feuchte Haut sich nicht gut fräsen lässt.
Schritt 1: Die Nagelhaut sanft vorschieben
Bevor der Nagelfräser zum Einsatz kommt, sollte die Nagelhaut mit einem Holzstäbchen oder einem sanften Nagelhautschieber vorsichtig zurückgeschoben werden. Dadurch wird die Haut von der Nagelplatte gelöst, und der Fräser-Bit kann im nächsten Schritt besser unter die Hautkante gleiten, ohne den Naturnagel zu beschädigen.
Schritt 2: Die richtige Drehzahl und Richtung wählen
Stellen Sie die Geschwindigkeit des Fräsers für die Nagelhautbearbeitung auf eine niedrige Stufe ein – idealerweise zwischen 5.000 und maximal 10.000 Umdrehungen pro Minute. Ein wichtiger Grundsatz lautet: Arbeiten Sie immer in der Gegenlaufrichtung zur Rotation des Fräsers. Dreht sich der Bit im Uhrzeigersinn (Rechtslauf), bewegen Sie das Handstück von links nach rechts über den Nagel.
Schritt 3: Sanftes Gleiten statt Druck
Führen Sie den Flammenbit in einem flachen Winkel von etwa 10 bis 15 Grad flach über die Nagelplatte und unter die Nagelhaut. Arbeiten Sie ohne Druck. Der Fräser sollte sanft über die Haut gleiten, während Ihre Hand das Handstück stabil und sicher führt. Nutzen Sie feine, streichende Bewegungen.
Die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet
Selbst bei großer Vorsicht können sich bei der Nutzung eines Nagelfräsers Fehler einschleichen, die zu unangenehmen Verletzungen oder langfristigen Schäden am Naturnagel führen können. Wenn Sie die folgenden typischen Fehler kennen, können Sie diese gezielt vermeiden:
- Zu viel Druck ausüben: Dies ist der häufigste Fehler. Ein Nagelfräser arbeitet durch die Rotationsgeschwindigkeit, nicht durch Muskelkraft. Wer zu fest aufdrückt, riskiert schmerzhafte Rillen auf der Nagelplatte, die erst nach Monaten herauswachsen.
- Ein falscher Arbeitswinkel: Wird der Bit zu steil aufgesetzt, bohrt sich die Spitze in den Nagel. Halten Sie das Werkzeug stets möglichst flach und parallel zur Nageloberfläche.
- Zu langes Verweilen auf einer Stelle: Durch die Reibung entsteht schnell Hitze auf dem Nagel. Bewegen Sie den Fräser kontinuierlich über den Nagel, um ein unangenehmes Brennen zu verhindern.
- Eine zu hohe Umdrehungszahl: Hohe Geschwindigkeiten verzeihen keine Fehler und führen schnell zu Verletzungen der empfindlichen Epidermis. Weniger ist hier definitiv mehr.
Pflege nach dem Fräsen: Feuchtigkeit und Schutz
Nachdem die Nagelhaut erfolgreich und schonend entfernt wurde, benötigt die beanspruchte Hautbarriere intensive Pflege. Durch das mechanische Abschleifen ist die Haut besonders aufnahmefähig für pflegende Wirkstoffe.
Tragen Sie direkt nach der Behandlung ein reichhaltiges Nagelhautöl auf und massieren Sie es sanft ein. Hochwertige pflanzliche Öle wie Mandelöl oder Jojobaöl spenden intensive Feuchtigkeit, halten die Nagelhaut geschmeidig und beugen einem schnellen Verhornen oder Einreißen vor. Eine milde Handcreme rundet die Pflege ab. Vergessen Sie zudem nicht, Ihre genutzten Fräser-Bits nach jeder Anwendung gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, um eine hygienische Aufbewahrung zu garantieren.