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Gel-Nagellack: Der Unterschied und wie man ihn aufträgt, ohne die Nagelhaut zu fluten

Erfahren Sie, wie Sie Gel-Nagellack perfekt auftragen, um eine langanhaltende Maniküre ohne unschöne Patzer an der Nagelhaut zu erzielen.

Gel-Nagellack: Der Unterschied und wie man ihn aufträgt, ohne die Nagelhaut zu fluten

Eine wunderschöne, haltbare Maniküre, die wochenlang wie frisch gemacht aussieht, ist der Wunsch vieler. Gel-Nagellack macht dies möglich, doch seine Anwendung erfordert mehr Präzision als die von herkömmlichem Lack, insbesondere im Bereich der Nagelhaut. Die Technik zu beherrschen, Gel-Nagellack aufzutragen, ohne die Nagelhaut zu fluten, ist der Schlüssel zu einem professionellen und langanhaltenden Ergebnis, das Sie auch zu Hause erzielen können. Mit der richtigen Vorbereitung und Technik wird die heimische Gel-Maniküre zum Erfolg.

Was ist Gel-Nagellack und worin unterscheidet er sich von herkömmlichem Lack?

Gel-Nagellack, oft auch als Gellack bezeichnet, ist eine spezielle Art von Nagellack, dessen Zusammensetzung auf Polymeren basiert. Im Gegensatz zu herkömmlichem Nagellack, der an der Luft trocknet, indem Lösungsmittel verdunsten, härtet Gel-Nagellack nur unter dem Einfluss von UV- oder LED-Licht aus. Dieser Prozess, Polymerisation genannt, schafft eine extrem widerstandsfähige und glänzende Oberfläche, die mehrere Wochen hält. Herkömmlicher Lack hingegen ist anfälliger für Kratzer und Absplitterungen und hält oft nur wenige Tage.

Die Hauptunterschiede auf einen Blick:

  • Trocknungsmethode: Gel-Nagellack härtet in 60-120 Sekunden unter einer Lampe aus, während normaler Lack bis zu einer Stunde oder länger an der Luft trocknen muss und in dieser Zeit anfällig für Macken ist.
  • Haltbarkeit: Eine Gel-Maniküre kann zwei bis vier Wochen makellos bleiben, während herkömmlicher Lack oft schon nach wenigen Tagen erste Gebrauchsspuren zeigt.
  • Glanz: Der spiegelähnliche Glanz von Gel-Nagellack bleibt bis zum Entfernen erhalten. Der Glanz von normalem Lack kann mit der Zeit verblassen.
  • Entfernung: Gel-Nagellack erfordert ein spezielles Verfahren mit einer acetonhaltigen Flüssigkeit und Einwirkzeit. Herkömmlicher Lack lässt sich mit einem einfachen Nagellackentferner abwischen.

Die richtige Vorbereitung der Nägel für eine perfekte Maniküre

Eine sorgfältige Vorbereitung ist die halbe Miete für eine langanhaltende Gel-Maniküre und der wichtigste Schritt, um ein Fluten der Nagelhaut zu verhindern. Nehmen Sie sich für diesen Teil ausreichend Zeit.

Nagelhaut zurückschieben und vorbereiten

Weichen Sie die Nagelhaut niemals in Wasser ein, bevor Sie Gel-Nagellack auftragen, da der Nagel Wasser aufnimmt und sich ausdehnt. Verwenden Sie stattdessen einen speziellen Nagelhautentferner. Tragen Sie ihn auf und lassen Sie ihn kurz einwirken. Schieben Sie die Nagelhaut dann sanft mit einem Rosenholzstäbchen oder einem Nagelhautschieber zurück. Entfernen Sie auch die unsichtbare Nagelhaut (Pterygium), die auf der Nagelplatte liegt. Vermeiden Sie es, die Nagelhaut zu schneiden, da dies zu Verletzungen führen kann.

Nägel formen und mattieren

Feilen Sie Ihre Nägel mit einer feinen Nagelfeile in die gewünschte Form. Achten Sie darauf, immer nur in eine Richtung zu feilen, um ein Splittern der Nägel zu vermeiden. Anschließend wird die Nagelplatte mit einem Buffer oder einer sehr feinen Feile sanft mattiert. Ziel ist es, den natürlichen Glanz zu entfernen und eine leicht raue Oberfläche zu schaffen, auf der der Lack besser haften kann. Seien Sie dabei sehr vorsichtig, um den Nagel nicht zu dünn zu feilen.

Entfetten der Nagelplatte

Nach dem Mattieren entfernen Sie den entstandenen Staub gründlich mit einer Bürste oder einem Pinsel. Tränken Sie anschließend ein fusselfreies Pad (Zellette) in einem speziellen Reiniger (Cleaner) und wischen Sie sorgfältig über jede Nagelplatte. Dieser Schritt entfernt letzte Staubpartikel sowie natürliche Öle und Feuchtigkeit von der Nageloberfläche und sorgt für eine optimale Haftung des Base Coats.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Gel-Nagellack auftragen ohne die Nagelhaut zu fluten

Die Präzision beim Auftragen entscheidet über das Endergebnis. Arbeiten Sie Nagel für Nagel oder in kleinen Gruppen, um die Kontrolle zu behalten und Fehler sofort korrigieren zu können.

Die Basis: Eine dünne Schicht Base Coat

Tragen Sie eine sehr dünne Schicht Base Coat auf. Beginnen Sie in der Mitte des Nagels und lassen Sie einen winzigen Abstand zur Nagelhaut – etwa die Breite eines Haares. Schieben Sie den Pinsel vorsichtig in Richtung Nagelhaut, ohne sie zu berühren, und ziehen Sie ihn dann zur Nagelspitze. Versiegeln Sie auch die freie Nagelspitze, indem Sie mit dem Pinsel leicht über die Kante streichen. Härten Sie die Schicht anschließend unter der Lampe gemäß den Anweisungen aus.

Die Farbe: Präzision ist der Schlüssel

Tragen Sie nun die erste Farbschicht auf – ebenfalls so dünn wie möglich. Dicke Schichten neigen dazu, unter der Lampe zu "schrumpfen" oder Falten zu werfen und härten nicht richtig aus. Wiederholen Sie die Technik vom Base Coat: Beginnen Sie mit einem kleinen Abstand zur Nagelhaut und arbeiten Sie sich präzise vor. Sollten Sie die Haut doch einmal berühren, korrigieren Sie den Fehler sofort mit einem Rosenholzstäbchen oder einem dünnen, in Cleaner getauchten Pinsel, bevor Sie die Hand unter die Lampe legen. Härten Sie jede Farbschicht einzeln aus. Für eine volle Deckkraft sind meist zwei dünne Schichten ausreichend.

Der Abschluss: Top Coat für Glanz und Schutz

Zum Schluss tragen Sie eine Schicht Top Coat auf, um die Farbe zu versiegeln und für langanhaltenden Glanz zu sorgen. Achten Sie auch hier darauf, die Nagelhaut auszusparen und die Nagelspitze sorgfältig zu ummanteln. Dies schützt vor Absplitterungen. Härten Sie den Top Coat vollständig unter der Lampe aus. Nach dem Aushärten bildet sich bei den meisten Top Coats eine klebrige Schicht, die sogenannte Schwitzschicht. Entfernen Sie diese mit einem in Cleaner getränkten, fusselfreien Pad.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Selbst bei sorgfältiger Arbeit können kleine Fehler passieren. Hier sind die häufigsten Probleme und wie Sie sie in Zukunft umgehen können.

  • Zu dicke Schichten: Führt zu ungleichmäßigem Aushärten und Anheben des Lacks. Tragen Sie immer mehrere sehr dünne Schichten anstelle einer dicken auf.
  • Die Nagelhaut berühren: Der Lack hebt sich an diesen Stellen nach kurzer Zeit ab. Halten Sie immer einen minimalen Abstand und korrigieren Sie Patzer vor dem Aushärten.
  • Die Nagelspitze nicht versiegeln: Ohne Versiegelung ist der Lack an der Spitze anfällig für Absplitterungen (Chipping). Ummanteln Sie die Nagelspitze mit jeder Schicht.
  • Unzureichende Vorbereitung: Wenn die Nagelplatte nicht richtig entfettet und mattiert wurde, kann der Lack nicht richtig haften.

Mit etwas Übung wird Ihnen die Anwendung von Gel-Nagellack immer leichter fallen. Denken Sie daran, Ihre Nägel und Nagelhaut auch zwischen den Maniküren zu pflegen, indem Sie regelmäßig Nagelöl verwenden. So bleiben sie gesund und stark.