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Obere Nagelformen: Wie man die Größe wählt, sie andrückt und bearbeitet

Lernen Sie, wie Sie obere Nagelformen richtig auswählen, andrücken und bearbeiten, um eine makellose Nagelverlängerung zu Hause zu erzielen.

Obere Nagelformen: Wie man die Größe wählt, sie andrückt und bearbeitet

Die Kunst der Nagelformung hat viele Facetten, und die Verwendung von oberen Nagelformen, auch als Dual Forms bekannt, ist eine beliebte Technik, um mühelos eine perfekte und gleichmäßige Nagelverlängerung zu erzielen. Diese Methode ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Nageldesigner geeignet und ermöglicht es, eine makellose Form mit minimalem Feilaufwand zu kreieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Auswahl der Formgröße, der korrekten Anwendungstechnik und der sorgfältigen Nachbearbeitung.

Was sind obere Nagelformen (Dual Forms)?

Obere Nagelformen sind wiederverwendbare, transparente Kunststoffschablonen, die die Form des fertigen Nagels vorgeben. Im Gegensatz zu traditionellen Papierschablonen, die unter dem Naturnagel angelegt werden und als Basis für den Aufbau dienen, wird bei der Dual-Form-Technik das Nagelprodukt (wie Polygel, Acrylgel oder ein dickviskoses Gel) direkt in die Form gefüllt. Anschließend wird die gefüllte Form auf den vorbereiteten Naturnagel gedrückt und ausgehärtet. Nach dem Aushärten wird die Form entfernt und hinterlässt einen fast fertigen Nagel mit einer glatten, glänzenden Oberfläche, was den Feilaufwand erheblich reduziert.

Die richtige Größe der Form auswählen: Ein entscheidender Schritt

Die Auswahl der richtigen Größe ist der wichtigste Schritt für ein gelungenes Ergebnis. Eine falsch gewählte Form kann zu einem unschönen, instabilen oder schlecht sitzenden Nagel führen. Nehmen Sie sich Zeit, um die passende Form für jeden einzelnen Finger zu finden, bevor Sie mit dem Auftragen des Produkts beginnen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • Vollständige Abdeckung: Die Form muss den Naturnagel von einer Seitenwand zur anderen vollständig abdecken. Es dürfen keine Lücken an den Rändern entstehen.
  • Kein Druck auf die Nagelhaut: Die Form sollte am Nagelrand anliegen, aber nicht in die seitlichen Nagelfalze oder die Nagelhaut drücken. Dies könnte dazu führen, dass das Produkt beim Andrücken unkontrolliert herausquillt.
  • Die richtige Wölbung: Achten Sie darauf, dass die Wölbung der Form (der C-Bogen) zur natürlichen Form Ihres Nagels passt. Die meisten Sets enthalten Formen mit unterschiedlichen Wölbungen.
  • Im Zweifel größer wählen: Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, ist es oft besser, die etwas größere Form zu wählen. Eine zu kleine Form kann den Nagel zusammendrücken und zu einer unnatürlichen Form führen.
  • Test an allen Nägeln: Legen Sie die leeren Formen auf alle zehn Nägel, um sicherzustellen, dass Sie für jeden Finger die perfekte Größe parat haben.

Anwendung: Die Form richtig andrücken und aushärten

Die Technik des Andrückens entscheidet darüber, ob der Nagel gleichmäßig wird und keine Luftblasen eingeschlossen werden. Eine sorgfältige Vorbereitung des Naturnagels (Reinigen, Mattieren, Auftragen von Haftvermittler und Base Coat) ist unerlässlich.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Produkt in die Form füllen: Geben Sie eine angemessene Menge des gewählten Produkts (z.B. Polygel) in die Innenseite der Form und verteilen Sie es mit einem Pinsel, der in eine spezielle Flüssigkeit getaucht wurde, um die gewünschte Länge und Dicke zu formen. Achten Sie darauf, dass die Schicht an der Nagelhaut dünner ist und zur Spitze hin dicker wird.
  2. Form platzieren: Setzen Sie die gefüllte Form in einem Winkel von etwa 45 Grad am hinteren Nagelrand, nahe der Nagelhaut, an.
  3. Langsam andrücken: Drücken Sie die Form langsam und gleichmäßig nach vorne in Richtung der Nagelspitze. Durch diesen sanften Druck verteilt sich das Produkt gleichmäßig unter der Form. Beobachten Sie, wie sich das Material ausbreitet, um Lufteinschlüsse zu vermeiden.
  4. Überschuss entfernen: Entfernen Sie sofort jegliches Produkt, das an den Seiten oder an der Nagelhaut herausquillt, mit einem sauberen Pinsel und etwas Reinigungsflüssigkeit. Dies ist entscheidend, um spätere Liftings und aufwendiges Feilen zu vermeiden.
  5. Aushärten: Halten Sie die Form fest (oder verwenden Sie eine spezielle Halteklammer) und härten Sie den Nagel gemäß den Anweisungen des Produktherstellers unter einer UV/LED-Lampe aus. Es kann hilfreich sein, den Nagel zunächst für einige Sekunden anzuhärten, um die Form zu fixieren, bevor Sie die Hand vollständig in die Lampe legen.

Die Bearbeitung nach dem Entfernen der Form

Nach dem vollständigen Aushärten können Sie die Form vorsichtig entfernen, indem Sie die Seiten leicht zusammendrücken und sie von der Nagelspitze her abwackeln. Der größte Vorteil zeigt sich nun: eine perfekt glatte Oberfläche. Die Nachbearbeitung ist minimal.

  • Form feilen: Bringen Sie die Nagelspitze und die Seitenlinien mit einer Feile in die gewünschte Form (z.B. eckig, mandelförmig, oval).
  • Unterseite reinigen: Manchmal kann sich an der Unterseite der Nagelspitze ein kleiner Produktüberschuss befinden. Dieser kann leicht mit einem Fräser oder einer Feile entfernt werden.
  • Nagelhautbereich anpassen: Falls nötig, können Sie den Übergang am Nagelhautbereich sanft mit einem Buffer oder einer feinen Feile glätten, um einen nahtlosen Übergang zu schaffen.
  • Versiegeln: Tragen Sie zum Abschluss einen Top Coat auf den gesamten Nagel auf, um ihn zu versiegeln, ihm Glanz zu verleihen und ihn vor Kratzern zu schützen. Härten Sie diesen ebenfalls unter der Lampe aus.

Mit etwas Übung ermöglicht die Technik der oberen Nagelformen eine schnelle und präzise Nagelmodellage, die zu professionellen und langlebigen Ergebnissen führt und die Schönheit Ihrer Hände unterstreicht.