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Nagelhaut mit dem Fräser bearbeiten: Eine Anleitung zu Bewegungen, Aufsätzen und Druck

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Nagelhaut mit einem Fräser sicher und effektiv bearbeiten, um eine makellose Maniküre zu erzielen.

Nagelhaut mit dem Fräser bearbeiten: Eine Anleitung zu Bewegungen, Aufsätzen und Druck

Gepflegte Hände und eine makellose Maniküre beginnen oft bei einem Detail, das leicht übersehen wird: der Nagelhaut. Eine präzise und schonend bearbeitete Nagelhaut bildet den perfekten Rahmen für jeden Nagellack und trägt zu einem gesunden Erscheinungsbild der Nägel bei. Die Verwendung eines elektrischen Fräsers, auch als elektrische Nagelfeile bekannt, kann dabei helfen, Ergebnisse wie aus dem Studio zu erzielen. Doch die richtige Handhabung erfordert Wissen und Übung. In diesem Leitfaden erklären wir Ihnen, wie Sie Ihre Nagelhaut sicher und effektiv mit einem Fräser bearbeiten.

Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Bevor Sie zum Fräser greifen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Dieser Schritt stellt sicher, dass die Haut weich und bereit für die Behandlung ist, was das Risiko von Irritationen minimiert. Beginnen Sie damit, Ihre Hände und Nägel gründlich zu reinigen. Tragen Sie anschließend einen speziellen Nagelhautentferner auf, um die Haut zu erweichen. Lassen Sie das Produkt für die auf der Verpackung angegebene Zeit einwirken. Nutzen Sie danach ein Rosenholzstäbchen oder einen metallenen Nagelhautschieber (Pusher), um die erweichte Nagelhaut sanft und vorsichtig vom Nagelbett zurückzuschieben. Entfernen Sie nur das, was sich leicht löst.

Die Wahl des richtigen Fräseraufsatzes

Der Erfolg Ihrer Arbeit hängt maßgeblich von der Wahl des passenden Aufsatzes, auch Bit genannt, ab. Für die feine Arbeit an der Nagelhaut gibt es spezielle Formen, die für Präzision und Sicherheit sorgen.

Kegel- oder Flammenaufsatz

Ein feiner Kegel- oder Flammenaufsatz ist ideal, um die zurückgeschobene Nagelhaut sanft anzuheben und die Nagelplatte von anhaftenden Häutchen zu befreien. Seine spitze Form ermöglicht es, präzise in den Nagelfalzen und an den seitlichen Rändern zu arbeiten, ohne die Nagelplatte zu berühren. Dieser Aufsatz eignet sich gut für den ersten Schritt der trockenen Maniküre.

Kugelaufsatz

Nachdem die Nagelhaut angehoben wurde, kommt oft ein kleiner Kugelaufsatz zum Einsatz. Mit diesem lässt sich die abgestorbene, aufgestellte Nagelhaut vorsichtig und präzise entfernen. Kugelaufsätze gibt es in verschiedenen Größen. Eine kleinere Kugel ist für feine Details geeignet, während eine größere zur sanften „Politur“ der umliegenden Haut verwendet werden kann. Arbeiten Sie immer mit äußerster Vorsicht und entfernen Sie nur das nicht lebende Gewebe.

Zylinder- oder Polieraufsatz

Nachdem die überschüssige Nagelhaut entfernt wurde, kann ein feiner Schleif- oder Polieraufsatz aus Silikon oder Filz verwendet werden, um die Haut um den Nagel herum zu glätten. Dies entfernt letzte Unebenheiten und hinterlässt ein sauberes, gepflegtes Finish. Führen Sie diesen Schritt mit sehr geringer Geschwindigkeit und ohne Druck durch.

Die richtige Technik: Bewegungen und Druckkontrolle

Die korrekte Technik ist entscheidend, um die Haut nicht zu verletzen und optimale Ergebnisse zu erzielen. Üben Sie am besten zuerst an einem Übungsfinger oder mit ausgeschaltetem Gerät, um ein Gefühl für die Bewegungen zu bekommen.

Drehzahl und Drehrichtung

Beginnen Sie immer mit einer sehr niedrigen Drehzahl, typischerweise zwischen 5.000 und 10.000 Umdrehungen pro Minute. Eine höhere Geschwindigkeit erhöht das Risiko von Verletzungen und Wärmeentwicklung. Die Drehrichtung sollte so eingestellt sein, dass der Aufsatz sanft von der Haut „weggleitet“. In der Regel arbeitet man entgegen der Drehrichtung des Fräsers, um mehr Kontrolle zu haben. Das bedeutet, wenn Sie auf der rechten Seite des Nagels arbeiten, sollte der Fräser nach rechts drehen und umgekehrt.

Bewegungen und Druck

Der wichtigste Grundsatz lautet: Üben Sie niemals Druck aus. Das Eigengewicht des Handstücks ist völlig ausreichend. Lassen Sie den Fräser die Arbeit machen. Halten Sie den Aufsatz niemals an einer Stelle, sondern bleiben Sie stets in einer fließenden, streichenden Bewegung. Stellen Sie sich vor, Sie kitzeln die Haut nur ganz leicht. Führen Sie den Aufsatz parallel zur Nageloberfläche, um ein Eingraben in die Nagelplatte zu vermeiden. Kurze, sanfte Bewegungen vom Nagel weg sind am sichersten.

Pflege nach der Behandlung

Nachdem Sie die Nagelhaut bearbeitet haben, ist die richtige Nachsorge entscheidend. Entfernen Sie den entstandenen Staub gründlich mit einer weichen Bürste. Waschen Sie anschließend Ihre Hände, um alle Rückstände zu beseitigen. Der wichtigste Schritt ist nun, die behandelte Hautpartie mit Feuchtigkeit zu versorgen. Tragen Sie ein reichhaltiges Nagelöl oder einen Nagelbalsam auf die Nagelhaut und die umliegende Haut auf und massieren Sie es sanft ein. Dies nährt die Haut, macht sie geschmeidig und hilft, die Bildung von trockenen Stellen oder kleinen Rissen zu verhindern. Eine regelmäßige Pflege mit Öl ist der Schlüssel zu dauerhaft schöner und gesunder Nagelhaut.