Retro-Frisuren erleben ein beeindruckendes Comeback und bringen den Glamour vergangener Jahrzehnte zurück in unseren Alltag. Doch keine Sorge, es geht nicht darum, sich zu verkleiden. Moderne Interpretationen klassischer Stile setzen auf weiche Linien, beeindruckendes Volumen und eine natürliche Bewegung, die zeitlos elegant wirkt. Ein Hauch von Vintage kann jedem Look eine besondere Note verleihen, ohne aufwendig oder unnahbar zu sein. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einfachen Mitteln einen alltagstauglichen Retro-Look kreieren, der durch Anmut und Volumen besticht.
Die richtige Vorbereitung: Die Basis für jede Retro-Frisur
Ein gelungenes Styling beginnt lange vor dem Griff zu Föhn oder Lockenstab. Die richtige Vorbereitung des Haares ist entscheidend, um das gewünschte Volumen und den Halt zu erzielen. Beginnen Sie mit einer Haarwäsche, die auf Volumen abzielt. Ein leichtes Shampoo und ein passender Conditioner, der das Haar nicht beschwert, sind ideale Ausgangspunkte.
Nach dem Waschen das Haar sanft mit einem Handtuch trocknen, bis es nur noch feucht ist. Ein unverzichtbarer Schritt ist die Anwendung eines Hitzeschutzsprays. Es legt sich wie ein Schutzschild um jedes einzelne Haar und beugt Schäden durch hohe Temperaturen vor. Anschließend arbeiten Sie eine golfballgroße Menge Volumenschaum ein. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf den Haaransatz, denn hier entsteht die Basis für das spätere Volumen. Kämmen Sie das Haar durch, um die Produkte gleichmäßig zu verteilen.
Volumen und sanfte Wellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Das Herzstück des Retro-Looks sind schwungvolle Wellen und ein angehobener Ansatz. Es gibt verschiedene Wege, dieses Ergebnis zu erzielen. Wir stellen zwei bewährte Methoden für zu Hause vor.
Methode 1: Föhnen mit der Rundbürste
Diese klassische Technik erfordert etwas Übung, liefert aber ein wunderschön natürliches und voluminöses Ergebnis. Teilen Sie Ihr Haar in mehrere Partien ab. Beginnen Sie mit den unteren Sektionen. Nehmen Sie eine Strähne, die nicht breiter als Ihre Rundbürste ist, und setzen Sie die Bürste am Ansatz an. Ziehen Sie die Strähne straff nach oben und richten Sie den Luftstrom des Föhns direkt auf den Ansatz. Diese Technik sorgt für maximales Volumen. Führen Sie die Bürste langsam durch die Längen und drehen Sie die Haarspitzen leicht ein, um einen sanften Schwung zu erzeugen. Wiederholen Sie diesen Vorgang Strähne für Strähne. Für die vordere Partie können Sie das Haar vom Gesicht wegföhnen, um es sanft zu öffnen.
Methode 2: Locken mit einem Lockenstab mit großem Durchmesser
Wenn Sie bereits trockenes Haar haben oder eine definiertere Welle bevorzugen, ist ein Lockenstab die richtige Wahl. Verwenden Sie ein Gerät mit einem großen Durchmesser (ca. 32-38 mm), um weiche Wellen statt enger Locken zu formen. Teilen Sie auch hier das Haar ab. Wickeln Sie eine Strähne um den Lockenstab, halten Sie sie für einige Sekunden und lassen Sie sie dann vorsichtig los. Ein wichtiger Tipp für einen modernen Look: Locken Sie die Strähnen abwechselnd in verschiedene Richtungen oder konsequent vom Gesicht weg. Lassen Sie jede gelockte Strähne vollständig auskühlen, bevor Sie sie berühren. Sie können sie dafür mit einer kleinen Klammer am Kopf feststecken. Das Auskühlen fixiert die Form und sorgt für langen Halt.
Das perfekte Finish: So hält die Frisur den ganzen Tag
Geduld ist der Schlüssel zum perfekten Finish. Warten Sie, bis das Haar vollständig ausgekühlt ist, egal ob Sie es geföhnt oder gelockt haben. Sobald das Haar kalt ist, können Sie die geformten Wellen auflockern. Fahren Sie dazu vorsichtig mit den Fingern durch das Haar oder verwenden Sie einen grobzinkigen Kamm. Dadurch verbinden sich die einzelnen Strähnen zu einer harmonischen, weichen Welle. Vermeiden Sie eine Bürste mit engen Borsten, da diese die Wellen zu stark auskämmen könnte. Um den Look zu fixieren, sprühen Sie aus etwa 30 cm Entfernung ein Haarspray mit leichtem bis mittlerem Halt über die Frisur. So bleibt das Styling flexibel und beweglich, ohne zu verkleben.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Selbst bei einfachen Stylings können kleine Fehler das Ergebnis beeinträchtigen. Hier sind die häufigsten Stolpersteine und wie Sie sie umgehen:
- Zu viel Hitze verwenden: Hohe Temperaturen schädigen nicht nur das Haar, sondern können Wellen auch „totglätten“. Arbeiten Sie mit mittlerer Hitze und verwenden Sie immer einen Hitzeschutz.
- Die falschen Produkte wählen: Zu schwere oder zu viele Produkte beschweren das Haar und lassen das Volumen zusammenfallen. Weniger ist oft mehr.
- Locken zu früh auskämmen: Warme Locken haben noch keine feste Form. Wenn Sie sie zu früh bürsten, hängen sie sich sofort aus. Warten Sie immer, bis das Haar vollständig abgekühlt ist.
- Den Haaransatz vernachlässigen: Volumen entsteht an der Wurzel. Wenn Sie nur die Längen stylen, wirkt die Frisur oben platt und unten unproportional voluminös.
- Zu viel Haarspray: Ein starres „Helmgefühl“ ist das Gegenteil des gewünschten, weichen Retro-Looks. Ein feiner Nebel aus flexiblem Haarspray genügt zur Fixierung.