Flechtfrisuren sind eine zeitlose Möglichkeit, dem Haar Struktur und Eleganz zu verleihen. Viele glauben fälschlicherweise, dass aufwendige Zöpfe nur mit sehr langem Haar möglich sind. Tatsächlich bietet auch halblanges Haar eine wunderbare Basis für vielfältige und stilvolle Flechtwerke. Der Schlüssel liegt in der richtigen Technik und Vorbereitung. Mit ein paar einfachen Tricks lassen sich auch bei mittellanger Mähne beeindruckende Frisuren zaubern, die sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen passend sind.
Vorbereitung ist alles: So machen Sie Ihr Haar bereit
Ein gelungenes Flechtergebnis beginnt lange vor dem ersten Handgriff. Die richtige Vorbereitung sorgt dafür, dass die Frisur besser hält, die Haare griffiger sind und das Ergebnis sauberer aussieht. Vernachlässigen Sie diesen Schritt nicht, besonders wenn Ihr Haar fein oder frisch gewaschen ist.
Am besten lassen sich Haare flechten, die nicht frisch gewaschen sind. Das Haar vom Vortag hat oft eine bessere Griffigkeit. Wenn Sie Ihre Haare dennoch waschen müssen, verzichten Sie auf eine schwere Spülung, die das Haar zu seidig und rutschig macht. Ein leichtes Volumen-Shampoo ist eine gute Wahl. Bevor Sie mit dem Flechten beginnen, stellen Sie sicher, dass Ihr Haar vollständig trocken und gut durchgekämmt ist. Knoten und verfilzte Stellen machen ein sauberes Flechten unmöglich.
Um die Griffigkeit weiter zu erhöhen, können Sie ein Texturierungsspray oder etwas Trockenshampoo auf die Längen und den Ansatz sprühen. Das verleiht dem Haar eine leicht matte Textur und verhindert, dass einzelne Strähnen aus dem Zopf rutschen. Halten Sie zudem einige kleine Haargummis und Haarnadeln bereit, die farblich zu Ihrem Haar passen.
Zwei klassische Flechtfrisuren für mittellanges Haar
Mit der richtigen Vorbereitung können Sie sich an verschiedene Looks wagen. Hier sind zwei klassische Frisuren, die bei halblangem Haar besonders gut zur Geltung kommen und mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung leicht nachzustylen sind.
Der seitliche Bauernzopf
Diese Frisur ist elegant und praktisch zugleich. Sie hält die Haare aus dem Gesicht und sieht dennoch raffiniert aus. Sie eignet sich perfekt für den Alltag, das Büro oder einen entspannten Abend.
- Ziehen Sie einen tiefen Seitenscheitel.
- Nehmen Sie auf der volleren Seite eine etwa drei bis vier Zentimeter breite Haarpartie direkt am Haaransatz auf.
- Teilen Sie diese Partie in drei gleich große Strähnen.
- Beginnen Sie, einen klassischen französischen Zopf zu flechten: Legen Sie die rechte Strähne über die mittlere, dann die linke Strähne über die neue mittlere.
- Nehmen Sie nun bei jedem weiteren Schritt von außen eine dünne neue Strähne hinzu und fügen Sie sie der äußeren Strähne bei, bevor Sie diese über die Mitte legen. Arbeiten Sie sich so entlang des Haaransatzes in Richtung Ohr und dann weiter nach hinten.
- Wenn Sie im Nacken angekommen sind und keine neuen Haare mehr aufnehmen können, flechten Sie den Zopf normal zu Ende und befestigen ihn mit einem kleinen Haargummi.
Die geflochtene Krone als Half-up-Look
Eine geflochtene Krone wirkt romantisch und ist einfacher zu stylen, als sie aussieht. Bei mittellangem Haar ist eine Half-up-Variante ideal, bei der nur die obere Haarpartie geflochten wird.
- Ziehen Sie einen Mittelscheitel oder einen leichten Seitenscheitel.
- Nehmen Sie auf einer Seite eine Strähne in der Nähe des Ohrs oder der Schläfe auf. Flechten Sie einen einfachen, dünnen Zopf und befestigen Sie das Ende provisorisch.
- Wiederholen Sie den Vorgang auf der anderen Seite, sodass Sie zwei gleich dicke Zöpfe haben.
- Legen Sie nun den ersten Zopf über den Hinterkopf zur gegenüberliegenden Seite und stecken Sie ihn mit Haarnadeln fest. Verstecken Sie das Ende unter den offenen Haaren.
- Nehmen Sie den zweiten Zopf und legen Sie ihn entweder vor oder hinter den ersten Zopf, um einen Kronen-Effekt zu erzielen. Stecken Sie auch diesen Zopf gut fest.
- Für einen volleren, lässigeren Look können Sie die einzelnen Schlaufen der Zöpfe vorsichtig mit den Fingern etwas auseinanderziehen („Pancaking“).
Häufige Fehler vermeiden für ein perfektes Ergebnis
Manchmal will die Frisur einfach nicht gelingen. Oft sind es kleine Fehler in der Technik, die den Unterschied ausmachen. Achten Sie auf folgende Punkte, um Frustration zu vermeiden:
- Zu lockeres Flechten: Gerade bei kürzeren Haaren neigen zu lockere Zöpfe dazu, schnell auseinanderzufallen. Achten Sie darauf, die Strähnen bei jedem Schritt festzuziehen, ohne jedoch an der Kopfhaut zu zerren.
- Rutschige Strähnen: Wie bereits erwähnt, ist frisch gewaschenes, seidiges Haar der größte Feind eines haltbaren Zopfes. Nutzen Sie die Kraft von Texturprodukten, um dem Haar den nötigen Halt zu geben.
- Herausfallende Stufen: Mittellange Haarschnitte haben oft Stufen. Kürzere Strähnen können leicht aus dem Zopf rutschen. Anstatt zu verzweifeln, nutzen Sie kleine, unauffällige Haarnadeln, um diese Strähnen am Kopf festzustecken, oder fixieren Sie die fertige Frisur mit etwas Haarspray.
- Flach wirkende Zöpfe: Ein dünner, flacher Zopf kann enttäuschend aussehen. Der Trick für mehr Volumen ist das „Pancaking“. Ziehen Sie nach dem Befestigen des Zopfes vorsichtig an den äußeren Kanten jeder einzelnen Schlaufe. Dadurch wird der Zopf breiter und wirkt sofort voller.